Workshop zur politischen Ökonomie von Vermögensungleichheit am MPIfG
Wie Politik und Institutionen die historische Entwicklung von Vermögensungleichheit geprägt haben, stand im Mittelpunkt des Workshops „The Political Economy of Wealth Inequality in Historical Perspective“, der am 28. und 29. Mai am MPIfG stattgefunden hat. 25 Forschende aus den Geschichtswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften und der Soziologie nahmen teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von Jens Beckert (MPIfG) und Alexander Nützenadel (Humboldt-Universität Berlin) im Rahmen des Arbeitskreises Moderne Sozialgeschichte. Ausgangspunkt des Workshops war der Befund, dass neue historische Datensätze aus Steuerakten, Erbschafts- und Eigentumsregistern, Unternehmensbilanzen und Finanzarchiven die Rekonstruktion langfristiger Verteilungsdynamiken mit bislang unerreichter Präzision ermöglichen. Wie Politik und Institutionen Ungleichheit prägen, wird in der historischen Forschung jedoch nach wie vor zu wenig berücksichtigt. Der Workshop widmete sich daher der Frage, wie Staatsstrukturen, Regimewechsel und Verteilungskonflikte Ungleichheit im Zeitverlauf beeinflusst haben. Dabei verband er statistische Rekonstruktion mit institutioneller und politischer Analyse. In fünf Panels diskutierten die Teilnehmenden über „Institutionen, Eliten und Vermögensungleichheit“, „Status, Geschlecht und soziale Schließung“, „Ungleichheit nach der neoliberalen Wende“, „Besteuerung und Wohlfahrtsstaat“ sowie „Segregation, Race und urbane Ungleichheit“. Zentral war dabei durchgehend die Frage, wie sich statistische Auswertungen langfristiger Vermögensdaten mit dem Verständnis politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge verbinden lassen.












