Bryan Boyle erhält den Distinguished Scholarly Article Award der ASA

8. Juli 2026

Bryan Boyle, Postdoktorand am MPIfG, ist gemeinsam mit seinem Ko-Autor Dieter Vandebroeck (Vrije Universiteit Brussel) mit dem Distinguished Scholarly Article Award der Labor and Labor Movements Section der American Sociological Association (ASA) ausgezeichnet worden. Prämiert wurde ihr 2025 in der American Sociological Review erschienener Aufsatz „The Labor of Distinction: Butlers, Service Work, and the Production of Elite Lifestyles“ (90 [1]: 2660). Die Studie untersucht, wie sich Eliten Dienstleistungsarbeit aneignen, um distinkte Lebensstile hervorzubringen und abzusichern. Für seine Feldforschung absolvierte Boyle selbst eine Ausbildung zum Butler und arbeitete anschließend in Großbritannien. Aus dieser „enaktiven“ Ethnografie leiten die Autoren vier Dimensionen einer „Arbeit der Distinktion“ ab: die Pflege der Statussymbole der Arbeitgeber, deren Entlastung von als „vulgär“ geltenden Verrichtungen, die körperliche Inszenierung von Status sowie die bewusst gewahrte soziale Distanz zwischen Bediensteten und Herrschaft. Dienstleistungsberufe erscheinen so als Teil einer Arbeitsteilung, die zur symbolischen Macht der Eliten beiträgt. Der Hauptpreis wird im August 2026 auf der ASA-Jahrestagung in New York überreicht. Für denselben Aufsatz erhielten die Autoren zudem eine lobende Erwähnung (Honorable Mention) beim Clifford Geertz Prize for Best Article der Sociology of Culture Section der ASA. Boyle ist Postdoktorand im Forschungsbereich Wirtschaftssoziologie am MPIfG. Seine Arbeiten verbinden Kultur- und Arbeitssoziologie und befassen sich mit sozialer Klasse, Eliten und Ökologie.

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