Nachrichten und Pressemeldungen

Von Familie bis Wirtschaftssystem: Die Erbschaftsteuer berührt große Gesellschaftskonflikte. Warum es uns bewegt, erklärt Jens Beckert.

Emma Ischinsky hat ihre Dissertation „(Un)Covering the Rich. Invisibility, Deservingness, and Legitimation in Mediated Representations of Germany’s Wealth Elite“ an der Universität zu Köln verteidigt. Die Arbeit untersucht anhand von Medienberichterstattung, wie extreme Vermögenskonzentration aufrechterhalten wird, obwohl sie in Spannung zu demokratischen Normen und zu Vorstellungen von Fairness- und Leistungsidealen steht.

Bei Palgrave Macmillan ist Agents of Migration von Sandhya A.S. erschienen. Die Studie widmet sich den Vermittlern der Arbeitsmigration, jene „mittleren Akteure“ – Agenten und Intermediäre –, die einen wachsenden Teil der Arbeitswanderung organisieren. Statt ihren Aufstieg als organische Begleiterscheinung des neoliberalen Kapitalismus zu deuten oder die Prekarität der Migranten allein ihrer Vermittlung zuzuschreiben, versteht Sandhya A.S. die Vermittlung als institutionell geformten und umkämpften Markt für Migrationsdienstleistungen.

Bryan Boyle, Postdoktorand am MPIfG, und sein Ko-Autor Dieter Vandebroeck wurden von der American Sociological Association mit dem Distinguished Scholarly Article Award ausgezeichnet. Der prämierte Aufsatz beleuchtet, wie Eliten durch Dienstleistungsarbeit – etwa von Butlern – ihre distinkten Lebensstile produzieren und absichern. Basierend auf einer ethnografischen Feldforschung zeigt die Studie, wie Serviceberufe zur symbolischen Macht und sozialen Abgrenzung der Oberschicht beitragen.

Thomas Barrett hat seine Dissertation „With Neighbours Like These: Navigating Dependency between Russia and the EU 2000–2022“ verteidigt. Die Arbeit analysiert, wie postsowjetische Länder wie Armenien, Georgien, Moldau und die Ukraine mit ihrer Abhängigkeit von der EU und Russland umgehen – entweder durch strategisches Hedging oder eine Ein-Vektor-Politik. Im Mittelpunkt steht der innenpolitische Wandel, den Barrett mithilfe des Konzepts sozialer Blöcke untersucht.

Der MPIfG-Alumnus Björn Bremer wurde vom Council for European Studies mit dem Carolina de Miguel Moyer Young Scholar Award 2026 ausgezeichnet. Der Preis würdigt herausragende Nachwuchsforschende, die die interdisziplinäre Europaforschung maßgeblich voranbringen. Bremer, Assistenzprofessor an der Central European University, ist ein ausgewiesener Spezialist für Wohlfahrts- und Fiskalpolitik in der Europäischen Union.

Adriana Cassis hat ihre Dissertation „Having It All – or Nothing at All? The Transnational Political Participation of Children of Turkish Immigrants in Germany and the Netherlands“ verteidigt. Die Arbeit setzt bei dem Paradox an, dass die im Aufenthaltsland geborenen Kinder von Migranten aufgrund vollen Zugangs zu Bildung und politischen Rechten eigentlich stärker am politischen Leben teilnehmen sollten als ihre Eltern, die Beteiligungslücke aber auch in der zweiten Generation fortbesteht.

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