Sören Altstaedt und Franziska Wiest erhalten Dissertationspreis der DGS
Sören Altstaedt und Franziska Wiest, beide am MPIfG tätig, sind mit dem Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am 30. September 2026 im Rahmen der Mitgliederversammlung der Fachgesellschaft statt. Die mit je 1.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt herausragende soziologische Qualifikationsarbeiten.
Altstaedt erhielt den Preis für seine Dissertation „Ecologizing Tomorrow: The Clash of Future-Cultures in the 1970s ,Limits to Growth‘ Debates“, mit der er im Juni 2025 an der Universität Hamburg promovierte. Die Arbeit rekonstruiert die weltweiten Debatten, die auf den 1972 veröffentlichten Bericht „The Limits to Growth“ des Club of Rome folgten. Ausgehend vom Konzept der „Future-Cultures“ (Zukunftskulturen) untersucht Altstaedt, wie unterschiedliche gesellschaftliche Akteure Vorstellungen von der Zukunft entwickeln und mit kulturellen Codes versehen. Seit 2024 forscht Altstaedt als Postdoktorand am MPIfG in der Forschungsgruppe „Contested Ecologies“; dort untersucht er unter anderem Machtstrukturen in der Energiewende.
Wiest wurde für ihre Dissertation „Umkämpftes Vermögen: Patrimoniale Verhältnisse in superreichen Familien“ ausgezeichnet, die sie Ende April 2026 an der Universität zu Köln verteidigte. Auf Grundlage von 33 Interviews mit Mitgliedern von neun superreichen Familien in Deutschland geht die Arbeit der Frage nach, wie Vermögen über Generationen weitergegeben, organisiert und legitimiert wird. Im Mittelpunkt stehen innerfamiliäre Konflikte, anhand derer Wiest den Wandel von Normen, Werten und Machtverhältnissen innerhalb der Familien sichtbar macht. Ausgehend von Max Webers Idealtyp patrimonialer Herrschaft zeigt sie, dass Vorstellungen väterlicher Autorität und familiärer Tradition fortwirken, zugleich aber einem Wandel unterliegen: Wo Leitbilder von Gleichheit und Fürsorge an Bedeutung gewinnen, rückt die Familie stärker als kollektiver Akteur in den Vordergrund. Betreut wurde die Dissertation von Isabell Stamm (TU Berlin). Wiest war Doktorandin an der International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE), der Graduiertenschule des MPIfG, und ist dem Institut als Postdoktorandin im Forschungsbereich Wirtschaftssoziologie verbunden.












