Hannah Pool mit dem Alice Amsden Best Book Award ausgezeichnet
Hannah Pool, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MPIfG, hat für ihr Buch The Game: The Economy of Undocumented Migration from Afghanistan to Europe (Oxford University Press, 2025) den Alice Amsden Best Book Award 2026 erhalten. Der von der Society for the Advancement of Socio-Economics (SASE) vergebene Preis würdigt wissenschaftliche Bücher, die die Sozioökonomie durch innovative Fragestellungen und neue theoretische oder methodische Zugänge bereichern. Aus mehr als 40 Einreichungen wählte die Jury Pools Studie einstimmig aus und hob insbesondere ihre methodische Strenge und wissenschaftliche Originalität hervor. Das Buch basiert auf einer ethnografischen Langzeitstudie. Über einen Zeitraum von zehn Monaten begleitete Pool afghanische Geflüchtete auf ihrem Weg vom Iran über die Türkei und die Balkanroute nach Europa. Der Titel The Game greift einen Begriff aus dem Sprachgebrauch der Geflüchteten auf. Er bezeichnet die oft wiederholten Versuche, Grenzen zu überwinden und in Europa Asyl zu suchen. Im Mittelpunkt der Analyse steht die „moralische Ökonomie“ undokumentierter Migration. Pool untersucht die sozialen Normen, Erwartungen und Verpflichtungen, die das Handeln der Geflüchteten strukturieren. Ihre Studie zeigt, dass Migration ohne regulären Aufenthaltsstatus nicht allein das Ergebnis individueller Entscheidungen ist. Vielmehr wird sie wesentlich durch kollektive Praktiken, gegenseitige Unterstützung und solidarische Netzwerke getragen. Zugleich macht die Autorin deutlich, wie stark diese Prozesse von Unsicherheit, Abhängigkeiten und Ausbeutungsverhältnissen geprägt sind. Pool forscht seit 2022 im Forschungsbereich Wirtschaftssoziologie des MPIfG. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Migration, Mobilität, Geld und Grenzen. Das Buch geht aus ihrer dort entstandenen Dissertation hervor.












