Gucci-Schuhe und Rolex zur Schuluniform
Berliner Zeitung, Susanne Lenz | Interview mit Karen Lillie
Gucci-Schuhe zur Schuluniform, 130.000 Franken Jahresgebühr, Privatjets am Wochenende: Die Leysin American School in den Schweizer Alpen verspricht ihren Schülern aus Schwellenländern den Eintritt in eine globale Elite. Die Soziologin Karen Lillie arbeitete an dem exklusiven Internat und begleitete Absolventen acht Jahre lang. Ihr Befund widerlegt das Versprechen transnationaler Elitenbildung. „Sie sind vielleicht noch mit ein oder zwei Leuten aus der Schule befreundet, aber meistens sind das Menschen aus ihrem Heimatland. Geschäftspartnerschaften entstehen eher nicht“, bilanziert die Forscherin vom MPIfG. Statt internationale Netzwerke aufzubauen, kehren die meisten ins Familienunternehmen zurück. Der Schulbesuch fungiert primär als kulturelles Kapital für nationale Eliten – Englischkenntnisse und Auslandserfahrung legitimieren Privilegien zu Hause. Lillies ethnographische Studie zeigt, dass Eliteinternate bestehende Hierarchien reproduzieren, statt sie aufzubrechen.
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