Teuer mieten statt kaufen
Podcast-Radio detektor.fm, Carolin Breitschädel, Alina Metz | Dustin Voss
Deutschland hat nach der Schweiz die höchste Mietquote weltweit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt zur Miete, in Berlin sind es 84 Prozent. Diese Abhängigkeit verschärft ein Problem: Institutionelle Investoren – von großen Wohnungsgesellschaften bis zu internationalen Fonds – kaufen Wohnungsbestände, modernisieren und legen Kosten über gesetzlich erlaubte Umlagen auf die Mieten um, besonders in Ballungsräumen. In einem Podcast von detektor.fm erklärt der Politökonom Dustin Voss vom MPIfG: Mieter zahlen nicht mehr an Einzelpersonen, sondern zunehmend an diese großen Investoren, für die Wohnungen Anlageobjekte sind. In einkommensschwachen Quartieren zahlt der Staat über Wohngeld und Grundsicherung die Miete verlässlich mit. Die niedrige Eigentumsquote verschärft die Lage, denn Jüngere wohnen überwiegend zur Miete, während Ältere eher Eigentum besitzen und vermieten. So wird der Wohnungsmarkt zur Umverteilungsmaschine. Voss fordert besseren Mieterschutz, konsequentere Umsetzung der Mietpreisbremse und vor allem mehr staatlichen Wohnungsbau, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Podcast hören











