Zwei Weltkriege, Hyperinflation – und dasselbe Vermögen

26. Dezember 2025

Frankfurter Rundschau | Daria Tisch und Emma Ischinsky

Die reichsten zehn Prozent in Deutschland besitzen zwei Drittel des Privatvermögens, das oberste Prozent mehr als ein Drittel. Überraschend ist weniger die Konzentration als ihre Dauer: Zwei Weltkriege, Hyperinflation, Enteignungen und Währungsreformen haben Staaten erschüttert, doch viele große Vermögen blieben naezu unberührt. Eine am MPIfG entstandene Studie der Soziologinnen Daria Tisch und Emma Ischinsky zeigt, dass rund acht Prozent der größten heutigen Privatvermögen direkt auf Reichtum aus dem frühen 20. Jahrhundert zurückgehen. Die Frankfurter Rundschau zeigt die Mechanismen dieser Stabilität: Unternehmen blieben über Generationen in Familienhand, Anteile wurden selten verkauft, Erbschaften und strategische Heiraten sicherten den Besitz ab. Die Forscherinnen sprechen von „entrenchment“ – Vermögen, das so tief im System verankert ist, dass selbst extreme Krisen es nicht verschieben. Die Befunde gewinnen Brisanz, da das Bundesverfassungsgericht erneut über die Erbschaftssteuer entscheidet und die Politik Vermögenssteuern diskutiert.
Artikel lesen

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht