„BLAME“: Wenn Wissenschaftler zu Sündenböcken werden

25. Februar 2026

Am 3. Februar haben Regisseur Christian Frei und Leon Wansleben im ODEON Kino Köln über Wissenschaftsfeindlichkeit in Krisenzeiten diskutiert. Anlass war die Vorführung von Freis Dokumentarfilm „BLAME“, der zeigt, wie drei Forschende während der COVID-19-Pandemie zu Sündenböcken stilisiert wurden: Sie hatten Jahre zuvor vor einer Pandemie gewarnt, gerieten nach deren Ausbruch jedoch ins Visier von Desinformation und politischer Schuldzuweisung. Im Nachgespräch, moderiert von Wissenschaftsjournalistin Carolin Riethmüller, zogen Frei und Wansleben Parallelen zur Klimakrise. Wansleben, Leiter der Forschungsgruppe „Umstrittene Ökologien“ am MPIfG, erläuterte, warum einfache Narrative und klare Feindbilder in bedrohlichen Krisen besonders Resonanz finden. Beide plädierten für eine Stärkung verlässlicher Institutionen, die zwischen Wissenschaft und Gesellschaft vermitteln – statt auf größere Lautstärke zu setzen. Wissenschaft müsse Erkenntnisse und Zusammenhänge bereitstellen; politische Entscheidungen träfen dagegen die Verantwortlichen in der Politik. Der Film kommt am 16. April regulär in die Kinos. Schon jetzt ist er in ausgewählten deutschen Kinos mit begleitenden Nachgesprächen zu sehen, an denen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft teilnehmen.

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