Marco Oberti verteidigt Dissertation zur Renaissance europäischer Industriepolitik

25. Februar 2026

Mitte Februar hat Marco Oberti seine Dissertation „Forced Back into the Game But Unfit to Play: The Late Rebirth of European Industrial State Finance in the New Phase of Global Capitalism“ an der Universität zu Köln verteidigt. Die Studie untersucht, warum Industriepolitik und staatliche Entwicklungsfinanzierung nach jahrzehntelanger Zurückhaltung wieder auf die politische Agenda gedrängt worden sind. Oberti zeigt, wie der Aufstieg von Schwellenländern zu höherwertigen Industrien westliche Unternehmen unter Wettbewerbsdruck gesetzt und eine strukturelle Kompetitivitätskrise ausgelöst hat. Im Zentrum steht ein Vergleich zwischen Deutschland und Italien: Anhand von vier Industriesektoren – Automobil, Stahl, Chemie und Bau – arbeitet Oberti heraus, warum beide Länder unterschiedliche industriepolitische Wege eingeschlagen haben, und unterscheidet dabei zwischen „strategischer“ und „kompensatorischer“ Industriepolitik. Die Arbeit wurde von Lucio Baccaro betreut. Oberti war von Februar 2020 bis Anfang 2025 Doktorand an der International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE) und anschließend dort als Postdoc beschäftigt.

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