Jeremiah Nollenberger promoviert zu Stabilität koordinierter Marktwirtschaften

25. Februar 2026

Im September 2025 hat Jeremiah Nollenberger seine Dissertation „Stabilizing the Coordinated Market Economy? Germany’s Government, Corporate, and Household Sectors in the Face of the Polycrisis“ an der Universität Duisburg-Essen verteidigt. Die Studie untersucht, welche Mechanismen das deutsche Wirtschaftsmodell in Krisenzeiten stabilisieren und ob diese Mechanismen in unterschiedlichen Spielarten des Kapitalismus unterschiedlich wirken. Nollenberger analysiert drei zentrale Sektoren: Im Unternehmenssektor belegt er, dass familiengeführte Betriebe während der Covid-19-Krise deutlich mehr Arbeitsplätze erhielten als andere Unternehmen, indem sie verstärkt private Finanzinstrumente einsetzten. Im Haushaltssektor prüft er, wie wirksam staatliche Einmalzahlungen waren, die Deutschland während der Pandemie erstmals nach angelsächsischem Vorbild nutzte. Das überraschende Ergebnis der Analyse: Trotz der traditionell hohen deutschen Sparneigung lag die Konsumquote bei über 50 Prozent. Die Arbeit entstand unter der Betreuung von Till van Treeck. Nollenberger war von Oktober 2021 bis März 2025 Doktorand an der International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE). Von Oktober bis Dezember 2025 arbeitete er als Ökonom am Wiener Momentum Institut, einem progressiven Think-Tank für Wirtschafts- und Verteilungspolitik.

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