Einhaltung der Netto-Null-Verpflichtungen: Die Bemühungen europäischer Banken zur Dekarbonisierung im Vergleich

Francesca Romana Paradiso

Europa verspricht, der erste klimaneutrale Kontinent zu werden, und weist dem privaten Sektor eine katalytische Rolle in der Umsetzung von Nachhaltigkeit zu. Überraschenderweise hat sich weder die Wirtschaftssoziologie noch die Politökonomie bisher mit der dringenden Frage beschäftigt, welche Rolle den Banken bei dem geplanten Dekarbonisierungsprozess zukommt. Banken sind nach wie vor wichtigsten Akteure im europäischen Finanzsystem und geben daher einen besonderen Einblick in Konflikte und mögliche Kompromisse zwischen Klimabelangen und finanziellen Profitinteressen. Allerdings unterscheiden sich europäische Banken voneinander hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Einschränkungen bei der Dekarbonisierung aufgrund unterschiedlicher struktureller Positionen in der Wirtschaft, einer anderen Organisationskultur und was ihren Umgang mit Regulierung und Aufsicht betrifft. Das Dissertationsprojekt schlägt eine Brücke zwischen der politischen Ökonomie und der Wirtschaftssoziologie von Organisationen und untersucht, inwiefern sich Geschäftsbanken bei der Berücksichtigung von Dekarbonisierung unterscheiden. Gestützt auf eine qualitative vergleichende Analyse von 120 Banken und spezifischen Fallstudien bietet die Studie eine neue Konzeptualisierung und Messung der Dekarbonisierung im Bankensektor.

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