Wie große Investoren Mieten nach oben treiben

23. Dezember 2025

Merkur, Anne Bajrica | Dustin Voss

Große Investoren kaufen Wohnungsbestände, modernisieren und legen Kosten über gesetzlich erlaubte Umlagen auf die Mieten um. So entstehen planbare Renditen, während sie kaum in Neubau investieren. Ein Beitrag im Merkur analysiert die Mechanismen dieser Entwicklung. Besonders renditeträchtig wird das Modell etwa durch den R-REIT-Status, bei dem Gesellschaften keine Steuern auf Mieteinnahmen zahlen, erläutert Dustin Voss, Politökonom am MPIfG. In einkommensschwachen Quartieren verstärkt sich der Effekt: Dort zahlt der Staat über Wohngeld und Grundsicherung die Miete verlässlich mit. Die niedrige Eigentumsquote in Deutschland verschärft die Lage. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt zur Miete und ist steigenden Kosten ausgeliefert. Historische Weichenstellungen spielen eine zentrale Rolle: Als Kommunen zwischen 1999 und 2008 rund 1,9 Millionen Wohnungen verkauften und der soziale Wohnungsbau zurückgefahren wurde, schufen politische Entscheidungen jene Marktbedingungen, die die Finanzialisierung des Wohnens heute begünstigen.
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