„Die Politik hat gelernt, dass man mit Klimaschutz Wahlen nicht gewinnt, sondern verliert“
Cellesche Zeitung, Markus Decker | Interview mit Jens Beckert
Trotz Rekordhitze, Wassermangels und Waldbränden wird über Klimaschutz kaum noch gestritten. Im Gegenteil: Je größer die Schäden, desto leiser die Politik. Jens Beckert, Direktor des MPIfG, erklärt im Interview mit der Celleschen Zeitung, warum der Klimaschutz gesellschaftlich an den Rand gedrängt wird. Nach dem Streit um das Heizungsgesetz habe die Politik gelernt, dass sich mit Klimaschutz keine Wahlen mehr gewinnen lassen. Zugleich verschiebt sich der gesellschaftliche Konflikt von der Vermeidung zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, mit wachsender sozialer Schieflage, denn Klimaschutz wird zu einer Frage des Geldbeutels. Auch im privaten Konsum wirkt eine Logik des sozialen Vergleichs: Wer den Urlaub in der Eifel statt im Süden verbringt, „muss stark sein, um in diesem sozialen Vergleich zu bestehen“.
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