Warum Milliardäre unsichtbar bleiben

6. August 2026

detektor.fm, Podcast „Wissenschaftsquartett“ | Emma Ischinsky

Emma Ischinsky, Soziologin am MPIfG, hat für ihre Studie zur Sichtbarkeit von Reichtum in den Medien mehr als 140.000 Presseartikel aus 23 Jahren ausgewertet. Zwei Beobachtungen überraschen. Wem Medienunternehmen gehören, der ist überdurchschnittlich präsent, teils im eigenen Blatt. Und sehr alte Vermögen, entstanden vor 1918, sind kaum unsichtbarer als jüngere. Das widerspricht der bisherigen Forschung. Warum die meisten Reichen dennoch selten vorkommen, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Im Podcast Forschungsquartett von detektor.fm bezweifelt Ischinsky die naheliegende Erklärung des fehlenden Publikumsinteresses. „Reichtum war schon immer ziemlich faszinierend für Menschen“, sagt sie. Elitenstatus und wirtschaftlicher Erfolg gelten in der Journalismusforschung als klassische Nachrichtenwerte. Die Ursache vermutet sie auf der anderen Seite. Reiche brauchen Öffentlichkeit seltener als Gruppen, die um politisches Gehör kämpfen müssen.
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