Die Superkraft der Reichsten ist Unsichtbarkeit

28. April 2026

Surplus, Das Wirtschaftsmagazin, Max Hauser | Emma Ischinsky

Wer nicht gesehen wird, muss sich auch nicht erklären. Fast ein Viertel der reichsten Deutschen – rund 400 Personen mit Vermögen bis zu 40 Milliarden Euro – taucht in acht großen Medien über mehr als zwei Jahrzehnte kein einziges Mal auf. Das zeigt eine neue Studie der Soziologin Emma Ischinsky vom MPIfG, erschienen in der Fachzeitschrift Sociology. Besonders auffällig ist, dass die in der Zeit des Nationalsozialismus aufgebauten Vermögen am wenigsten Berichterstattung erhalten. Ischinsky beschreibt dieses Muster als „selektive Ignoranz“. Die Presse konzentriert sich stattdessen auf medienwirksame Einzelfiguren und Erfolgsgeschichten. Was dabei verloren geht, ist die Grundlage für eine informierte politische Debatte. Eine Demokratie, die ihre Vermögensverhältnisse nicht kennt, kann sie auch nicht verändern.
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