Internationaler Frauentag am MPIfG

1. April 2026

Am 9. März hat am MPIfG zum vierten Mal eine Veranstaltung anlässlich des Internationalen Frauentags stattgefunden. Im Zentrum standen zwei Vorträge über strukturelle Ungleichheiten in der Wissenschaft. Die Medienpsychologin Sabine Trepte (Universität Hohenheim) präsentierte Befunde zur geschlechtsspezifischen Zitierpraxis in der Kommunikationswissenschaft. Zwar sei der Anteil von Frauen an wissenschaftlichen Publikationen in den DACH-Ländern seit 2000 deutlich gestiegen – bei den Zitationen bleibe der Fortschritt jedoch weit dahinter zurück. Trepte stellte das von ihr mitentwickelte Analyse-Tool „Diversity-X“ vor, das Bibliografien automatisch auf Geschlechter- und Herkunftsbalance prüft und so unbewusste Ungleichgewichte sichtbar macht. Die Soziologin Dounia Bourabain (Universität Hasselt) untersuchte anhand von Interviews mit Wissenschaftlerinnen, wie Sexismus und Rassismus institutionell wirken – etwa durch Ausschluss, Unterbewertung und paternalistische Kontrolle, von der besonders nichtweiße Frauen betroffen sind. Sie kritisierte zudem eine rein symbolische „Happy Diversity“, die Vielfalt inszeniert, ohne Machtstrukturen zu verändern. Ein Infotisch, ein Büchertauschregal und Spendenboxen rahmten den Tag ein. Den Abschluss bildete die Vorführung des Dokumentarfilms „Ein Tag ohne Frauen“ über den isländischen Frauenstreik von 1975, an dem rund 90 Prozent der Frauen des Landes teilnahmen. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Gleichstellungsbeauftragten Amanda Dixon und Karen Lillie, unterstützt von weiteren Mitarbeitenden und der Institutsverwaltung.

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