Ökologisierung und europäische Gerichte: Risiken und Chancen transnationaler Klimaklagen

Angelo Giorgio Cuconato

Immer mehr europäische Unternehmen mit hohen CO2-Emissionen werden auf Entschädigung für im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehende Verluste und Schäden verklagt. Die mit diesen Gerichtsverfahren verbundenen sozioökonomischen Risiken und Chancen sind jedoch noch unbekannt. Das Projekt kombiniert Erkenntnisse aus Wirtschaftssoziologie, Rechtsphilosophie und der Anthropologie des Klimawandels, um die weitreichenden sozioökonomischen Folgen transnationaler Klimaklagen gegen europäische Unternehmen mit hohen CO2-Emissionen zu untersuchen. Anhand von Fallstudien wird zunächst rekonstruiert, wie die Trennung der wichtigsten an der Klage beteiligten sozialen Systeme – Recht, Wissenschaft und Wirtschaft – durch diese Rechtsstreitigkeiten infrage gestellt werden. Ethnografische Ansätze und qualitative Interviews werden kombiniert, um die Perspektiven von drei beteiligten Akteursgruppen zu untersuchen: die der Kläger, die durch den Klimawandel mitverursachte Naturkatastrophen Verluste und Schäden erlitten haben; die eines Netzwerks von NGOs, welche die Kläger unterstützen; und die des beklagten Unternehmens, das für die Verluste und Schäden der Kläger aufkommen muss. Es wird deutlich, dass Klimaklagen spezifische sozioökonomische Folgen haben, die jenseits der Bemühungen zur Verbesserung des Klimarechts liegen. 

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