Hanna Kuusela ist Scholar in Residence 2026
Hanna Kuusela, Associate Professor für Soziologie an der Universität Jyväskylä, ist Scholar in Residence 2026 am MPIfG. Die finnische Soziologin forscht ab Ende März in Köln an der Schnittstelle von ökonomischer Macht und kultureller Selbstdeutung: Wer gehört zu den Reichen, wie legitimieren sie ihren Reichtum – und was verrät das über die Gesellschaft, in der sie leben? Kuusela hat diese Themen in den vergangenen Jahren am finnischen Fall entwickelt. Sie untersucht, wie sich Kulturen des Privatkapitals im Finnland des 21. Jahrhunderts formieren, wie wohlhabende Eliten das nordische Wohlfahrtsmodell und seine sich wandelnden moralischen Grundlagen deuten und verteidigen – oder untergraben – und wie reiche Familien in der Populärkultur dargestellt werden. Ihre aktuelle Forschung richtet den Blick auf Philanthropie: auf Erbschaftsphilanthropie und Großspenden und die Frage, welche Rolle philanthropisches Geben in einem Wohlfahrtsstaat spielt, der auf kollektiver Umverteilung gründet. Während ihres Aufenthalts am Institut hält Kuusela eine Vortragsreihe mit dem Titel „The Redistributive Ethos in Crisis: Three Imaginaries Dismantling the Welfare State“. Die drei Vorträge am 5. Mai, 26. Mai und 2. Juni 2026 gehen der Frage nach, welche normativen Leitvorstellungen den Wohlfahrtsstaat heute herausfordern. Kuusela ist auch als Sachbuchautorin hervorgetreten; ihre gemeinsam mit Anu Kantola verfasste Studie über Spitzenverdiener in Finnland war für den Finlandia-Sachbuchpreis 2019 nominiert.












