Ökologisierung internationaler Finanzzentren: Die politische Ökonomie der grünen Finanzwirtschaft in Asien

Ka Chun (Ray) Yung

Angesichts der sich verschärfenden Klima- und Umweltkrisen ist mit Green Finance ein zentraler Mechanismus zur Mobilisierung von Kapital für einen kohlenstoffarmen und nachhaltigen Wandel entstanden. Dabei fungieren internationale Finanzzentren (IFCs) als zentrale Knotenpunkte, um Finanztransaktionen und -geschäfte zu erleichtern, Finanzströme aufrechtzuerhalten und regionale Finanzakteure und -institutionen mit dem globalen Finanzsystem zu verbinden. Bislang hat sich die Forschung zu Green Finance jedoch vor allem auf große politische Volkswirtschaften konzentriert, weswegen IFCs trotz ihrer entscheidenden Rolle kaum untersucht sind. Unter Rückgriff auf Finanzgeschichte, politische Ökonomie und Finanzsoziologie vergleicht das Dissertationsprojekt, wie die beiden führenden asiatischen IFCs Hongkong und Singapur ihre grünen Finanzmärkte unter unterschiedlichen historisch-institutionellen und soziopolitischen Bedingungen entwickelt haben. Es konzeptualisiert IFCs als zentrale finanzialisierte (kleine) Volkswirtschaften, die sich aus Institutionen, Fachleuten und Infrastrukturen zusammensetzen. . Im Fokus der Untersuchung stehen die Präferenzen, Interessen und Machtverhältnisse der Akteursgruppen sowie Prozesse der Schaffung und Infragestellung grüner Finanzmärkte.. Die Studie nutzt einen vergleichenden qualitativen Ansatz und kombiniert Archivforschung mit der Analyse von Positionspapieren und halbstrukturierten Interviews, um die Entwicklungsdynamiken, Governance-Kapazitäten und Marktreaktionen zu beleuchten, die die Entwicklung der grünen Finanzwirtschaft prägen.

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