Rich Kids unter sich

28. Juni 2026

Die Presse am Sonntag, Cornelia Grobner | Karen Lillie

140.000 Euro Jahresgebühr, Helikopterflüge am Wochenende, Versteigerungen, bei denen ein Brownie Hunderte einbringt: Die Schweizer Leysin American School verspricht den Kindern der Superreichen den Eintritt in eine globale Elite. Vor allem Familien aus instabilen Ländern erhoffen sich, unsicheres Vermögen in den richtigen Kreisen abzusichern. Karen Lillie, Soziologin am MPIfG, arbeitete zwei Jahre als Beratungslehrerin an dem Internat und begleitete mit der Ko-Forscherin Claire Maxwell dreißig Absolventen acht Jahre lang ins Erwachsenenleben. Ihr Befund: Die Kinder nationaler Eliten aus dem globalen Süden scheitern an den über Generationen gewachsenen Netzwerken des Nordens. Gegen Visaschranken, Rassismus und Diskriminierung helfen weder Vermögen noch Ausbildung. Ein junger Mann aus China, berichtet Lillie, wurde in New York über Nacht zum asiatischen Immigranten.
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