Reichtum, Land und Arbeit
Bryan Boyle
Seit jeher kümmern sich Wohlhabende um große Landflächen und verwalten diese. Historisch gesehen hat diese Rolle sowohl den Status als auch die Identität der Landeigentümer geprägt: Country-Sportarten spielen in ihrem Lebensstil eine wichtige Rolle, und sie haben Institutionen wie den „Garten” als wesentliche Bestandteile moderner Kultur etabliert. Während soziologische Untersuchungen zu Landeigentum zunehmend von Studien zu Industrie und Kultur in den Hintergrund gedrängt worden sind, rückt diese Gruppe durch das wiedererwachte Interesse der Gesellschaft an der Beziehung des Menschen zur Erde wieder in den Vordergrund und gewinnt an Bedeutung und Einfluss. Angesichts der zunehmenden Verknappung unberührter Grünflächen und der Entstehung verschiedener Strömungen im Umweltschutz stellt sich die Frage, wie Landeigentümer ihr Erbe und ihren Besitz nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial und ökologisch schützen können. Zur Untersuchung dieser Frage werden nicht nur Interviews mit Landeigentümern, sondern auch ethnografische Beobachtungen in ihren Arbeitswelten durchgeführt[dm1] . Architekten, Platzwarte oder auch unbekanntere Charaktere wie Treiber (Jagd) sind Bestandteile komplexer gesellschaftlicher Ökosysteme, die das Land für ökologische Bedarfe und zum Zwecke der Erholung nutzbar machen und zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz gewinnen.