Ökologisierung des privaten Wohnraums
Nina Lopez-Uroz
Bei der Reduzierung der CO₂-Emissionen hinken Endverbrauchersektoren wie Gebäude und Verkehr im Vergleich zur Energiewende in der Stromerzeugung immer noch hinterher. Das Wohnungswesen macht 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU aus und ist immer häufiger von Extremwetterereignissen betroffen. Dadurch rückt es zunehmend in den Mittelpunkt der Debatte um die Klimakrise – ob es um die Eindämmung der Folgen des Klimawandels geht oder um die Anpassung daran. Gleichzeitig gehört das Wohnungswesen zu den öffentlichkeitswirksamsten und schwierigsten Bereichen der Energiewende, da es direkt mit dem täglichen Leben, dem Wohlstand und der finanziellen Sicherheit privater Haushalte verbunden ist. Dies macht Maßnahmen anfällig für Politisierung. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie Regierungen die Dekarbonisierung des Wohnungswesens zu steuern versuchen und wie verschiedene Faktoren das Tempo dieses Wandels beeinflussen. Es leistet einen Beitrag zur vergleichenden politischen Ökonomie der Klimapolitik, indem es aufzeigt, wie Regierungen mit den Verteilungskonflikten umgehen, die den beiden Logiken in diesem Bereich innewohnen: der Ökologisierung der Energieversorgung durch kohlenstoffarme Technologien und der Senkung des Energiebedarfs durch Verbesserung der Gebäudeenergieeffizienz. Beide Maßnahmen mobilisieren unterschiedliche Akteursgruppen – darunter Verbraucher sowie Akteure aus dem Bau- und Immobiliensektor, der Energieversorgung und der Heizungsbranche. Die entstehenden Dynamiken werden in mehreren Länderfallstudien untersucht, um politische Unterschiede zu erklären.