Umordnung in der Unordnung: Der Prozess zur Stabilisierung von Erwartungshaltungen im Halbleitermarkt

Valentin Rottensteiner

Der Markt für Halbleiter-Chips zeichnet sich durch komplexe transnationale Netzwerke aus. Angesichts geopolitischer Konflikte und der Covid-19-Pandemie wurden diese Netzwerke erschüttert, was zu Komplikationen in der Produktion und zu Ungewissheit in der Kooperation mit anderen Marktakteuren führte. Wie stabilisieren Firmen und Staaten, die in der Halbleiterindustrie involviert sind, ihre Erwartungshaltungen und wie wollen sie die neuen Dynamiken im Markt verstehen? Die Literatur über Resilienz in Lieferketten liefert bereits wichtige Einblicke darin, wie Akteure neue Geschäftsstrategien entwickeln, um Probleme in der Produktion zu beheben. Allerdings bezieht dieser Literaturstrang nicht die kognitiven Elemente mit ein, die Akteure verwenden, um die neuen Dynamiken im Markt zu verstehen und somit ihre Erwartungshaltung stabilisieren. Mit dem Rückgriff auf Annahmen aus der Marktsoziologie versucht das Dissertationsprojekt, die kognitiven Konzepte mit den neuen Geschäftsstrategien in Verbindung zu bringen und herauszufinden, welche Akteure in der Lage sind, diese Konzepte zu definieren. Eine solche Perspektive gewinnt an Bedeutung, wenn man die weitere strukturelle Veränderung des Marktes zumindest im Ansatz verstehen will. Dazu wird unter Verwendung einer Netzwerk-Diskursanalyse herauszufinden versucht, wie sich Strategien und Konzepte im Zeitraum von 2016–2024 verändert haben.

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