Staatsfinanzen
Bei der Arbeit an Gekaufte Zeit (auf Englisch: Buying Time) stieß ich auf das Thema Staatsfinanzen, insbesondere staatliche Haushaltsdefizite und Staatsverschuldung. Bereits in den 1920er Jahren erkannten Denker wie Rudolf Goldscheid und Joseph Schumpeter die Bedeutung dieses Themas, in Reaktion unter anderem auf Adolph Wagner und dessen Gesetz der wachsenden Staatsausgaben. Ende der 1960er-Jahre griff der marxistische Politökonom James O’Connor die Debatte in einem Buch mit dem Titel The Fiscal Crisis of the State auf. Das Buch überzeugte mich davon, dass die Tendenz zu wachsender Staatsverschuldung ein zentraler Parameter ist, um die politische Ökonomie des zeitgenössischen Kapitalismus zu verstehen. Im Vergleich zu der Zeit, als ich mich zuletzt mit dem Thema befasste, ist die Staatsverschuldung in den letzten Jahren erneut dramatisch gestiegen, was eine neuerliche Auseinandersetzung damit in naher Zukunft erforderlich macht.
