Reproduktion
In der Folge lag es nahe, die fortschreitende Flexibilisierung von Arbeitszeit in Beziehung zu Veränderungen von Familienstruktur und Familienleben zu setzen, als eine Ausprägung der vielfältigen Wechselwirkung zwischen (Arbeits-)Markt und Gesellschaft. Ein Aspekt des Themas ist das Verhältnis von weiblicher Erwerbsarbeit und Fertilität. Von besonderem Interesse erscheinen dabei staatliche Versuche, durch gezielte Intervention sowohl die Geburten- als auch die Beschäftigungsrate zu erhöhen. Gegen Ende des ersten Jahrzehnts nach 2000 ließen sich hier theoretisch wie praktisch interessante nationale Unterschiede beobachten, sowohl im Verlauf der Geburtenentwicklung als auch in den eingesetzten oder auch nicht eingesetzten Mitteln, um diese Entwicklung zu steuern. Eine im Erscheinen begriffene Anschlussuntersuchung zeigt jedoch, dass seitdem die Fertilitätsraten in allen untersuchten Ländern annähernd gleichermaßen weiter und dramatisch abgestürzt sind, ungeachtet unterschiedlicher politischer Maßnahmen zur Beschäftigungs- und Geburtenförderung sowie unterschiedlicher Niveaus der weiblichen Beschäftigung.
