Wie sich die heutigen Superreichen von ihren Vorgängern unterscheiden
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rainer Hank | Eva Maria Gajek
Anders als die erfolgreichen Wirtschaftsbürger des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die ihren Besitz in repräsentativen Villenvierteln sichtbar machten, wechseln die heutigen Superreichen öfter ihren Wohnsitz und verbergen ihre Vermögensverhältnisse hinter Firmenkonstruktionen. Rainer Hank zeichnet diesen Wandel in seinem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach und nimmt eine neue „Digitale Karte der Millionäre“ zum Anlass, die das Vermögen der Reichen des deutschen Kaiserreichs sichtbar macht. Grundlage der Karte sind die „Jahrbücher des Vermögens und Einkommens der Millionäre“, die Rudolf Martin zwischen 1911 und 1914 anhand von Steuerdaten veröffentlichte. Schon damals war das ein Skandal und die Betroffenen versuchten sich juristisch zu wehren. Doch der zuständige Richter stellte das Verfahren ein: Es bestehe „ein berechtigtes öffentliches Interesse“ an Millionen- oder gar Milliardenvermögen. Im Rahmen des Projekts „Where the Rich Live“ haben das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) und das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung diese Daten nun digitalisiert – unter der Projektleitung der ehemaligen MPIfG-Wissenschaftlerin Eva Maria Gajek.
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