Produktionssysteme
Produktionssysteme sind Konfigurationen von Arbeitsbeziehungen und Arbeitspolitik einerseits und Produkt- und Absatzstrategien von Unternehmen andererseits. Eine Ausprägung dieses Zusammenhangs, die uns in den 1980er-Jahren besonders interessiert hat, haben wir als diversifizierte Qualitätsproduktion (DQP) bezeichnet – die Spezialisierung auf qualitäts- statt preiskompetitive Güter unter dem „nützlichen Zwang“ (beneficial constraint) einer Arbeitspolitik. Diese Arbeitspolitik macht die Beschäftigung hochqualifizierter und hochbezahlter Arbeiter quasi-obligatorisch. Ausgehend von der Erfahrung der deutschen Automobilindustrie in den 1980er-Jahren haben wir Aufstieg und Fall von diversifizierter Qualitätsproduktion in demokratisch-kapitalistischen Ländern vor und nach der neoliberalen Revolution rekonstruiert und theoretisch eingeordnet.
