Krieg

Bis vor Kurzem spielte Krieg in meiner Arbeit keine Rolle. Das änderte sich, als ich gebeten wurde, 2020 auf einer Konferenz in Wuppertal anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Engels einen Plenarvortrag zu halten. Bei der Vorbereitung wurde mir bewusst, wie zentral das Thema Krieg in Engels’ Werk war – weit mehr als nur ein Nebeninteresse, wie oft behauptet wird. Tatsächlich schien es mir, dass das, was ich als Destruktionsmittel bezeichnete, für Engels’ Weltbild ebenso wichtig war wie die im Marxschen Denken traditionell vorherrschenden Produktionsmittel. Ein Jahr später endete der Krieg in Afghanistan, und der Krieg in der Ukraine begann. Angesichts der sich überschlagenden aktuellen Ereignisse war dies für mich Grund genug, dem Krieg als modernem gesellschaftlichem und historischem Phänomen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Eine erste Zusammenfassung meiner Eindrücke findet sich in meinen „Notizen zur politischen Ökonomie des Krieges“ (2024).

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