Korporatismus und organisierte Interessen
Ausgehend von meinen Arbeiten zur Tarifautonomie und zur Rolle der Gewerkschaften im demokratischen Kapitalismus der Nachkriegsordnung lieferte ich, beginnend in den 1980er-Jahren, eine Reihe von Beiträgen zur Theorie und Praxis des modernen, liberalen Korporatismus in demokratischen Regierungssystemen. Viele dieser Beiträge erwuchsen aus meiner langjährigen Zusammenarbeit mit Philippe C. Schmitter. Leitende Konzepte waren assoziative Demokratie („associative democracy“), kollektives Handeln („collective action“), intermediäre Organisationen („intermediary organizations“) und Regieren durch private Interessen („private interest government“). Ein häufiges Thema waren Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände. Über die Jahre wurde deutlich, wie der neo-korporatistische Strang der Nachkriegsdemokratie im Übergang zum Neoliberalismus an Bedeutung verlor.
