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Jens Beckert
 
Imaginierte Zukunft
Fiktionale Erwartungen und die Dynamik des Kapitalismus
 
Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2018

569 Seiten | ISBN 978-3-518-58717-1 | 42,00 Euro

 
Im Original erschienen unter dem Titel Imagined Futures. Fictional Expectations and Capitalist Dynamics (Harvard University Press, 2016).
 
Buch direkt beim Suhrkamp Verlag bestellen.
Leseprobe
 
Interview zum Buch auf Youtube Interview im Magazin Kulturzeit auf 3sat, 23. Mai 2018 "Imaginierte Zukunft", Gert Scobels Buchtipp
 
Am 9. Mai fand eine Buchpräsentation in der Stadtbibliothek Köln statt: Jens Beckert: Imaginierte Zukunft.
 

 

Zusammenfassung | Inhalt | Autor | Rezensionen


 

 

Zusammenfassung


 
Die Wirtschaft – eine Fiktion?
 
Im kapitalistischen Wirtschaftssystem richten Konsumenten, Investoren und Unternehmerinnen ihr Handeln auf die Zukunft aus. Diese birgt Chancen und Risiken, ist aber vor allem eines: ungewiss. Wie gehen die Akteure mit dieser Ungewissheit um? Ökonomen beantworten diese Frage mit verschiedenen Theorien, die auf die Berechenbarkeit des Marktes setzen. Dadurch wird die Nichtvorhersagbarkeit der Zukunft unterschätzt.
 
Jens Beckert nimmt die temporale Ordnung des modernen Wirtschaftslebens ernst und entwickelt einen neuen Blick auf die Dynamik des Kapitalismus. Im Mittelpunkt seiner Untersuchung stehen die fiktionalen Erwartungen der Akteure – Imaginationen und Narrative darüber, was die Zukunft bringt. Mit den Instrumenten der Soziologie und der Literaturtheorie liefert er eine umfassende Typologie dieser Erwartungen, untersucht ihre Funktionsweisen in Bereichen wie Geld, Innovation und Konsum und zeigt vor allem, wie mächtig sie sind. Fiktionale Erwartungen sind der Treibstoff der Ökonomie, können diese aber auch in tiefe Krisen stürzen, wenn sie als hohle Narrative entlarvt werden. Dann platzt die Blase. Ein fulminantes Buch.
 

 

Inhalt


 
1  Einleitung
 
I   Entscheidungen in einer ungewissen Welt
2  Die temporale Ordnung des Kapitalismus
3  Erwartungen und Ungewissheit
4  Fiktionale Erwartungen
 
II Bausteine des Kapitalismus
5  Geld und Kredit: Das Versprechen zukünftigen Werts
6  Investitionen: Imaginierte Gewinne
7  Innovation: Imaginationen der technologischen Zukunft
8  Konsum: Wert durch Bedeutung
 
III Instrumente der Imagination
9   Prognosen: Die Erschaffung der Gegenwart
10 Wirtschaftstheorien: Kristallkugeln für die Berechnung der Zukunft
11 Schluss: Die verzauberte Welt des Kapitalismus

 
Dank
Anmerkungen
Literatur
Register
 

 

Autor


 
Jens Beckert, geboren 1967, ist seit 2005 Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Professor für Soziologie in Köln. Zuvor hat er unter anderem in Göttingen, New York, Princeton, Paris und an der Harvard University gelehrt. 2005 wurde er mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet und 2018 erhielt er den renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
 

 

Rezensionen


 
"In seinem bahnbrechenden Buch legt der Wissenschaftler neue Erklärungen für die anhaltende Dynamik des Kapitalismus vor."
Das Parlament, 68 (25–26), S. 11, 18. Juni 2018, Rezension von Aschot Manutscharjan.
 
"Die temporale Struktur des kapitalistischen Waren- und Geldverkehrs ist demnach nicht nur eine Randnotiz, sie ist sein Wesen. Erst Erwartungen an und Vertrauen in die Zukunft führen zu Veränderung und Wachstum, ihr Entzug zu Krise und Verlust."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Mai 2018, Rezension von Kim Christian Priemel.
 
"Einer der kreativsten, weitreichendsten und vielseitigsten neuen Ansätze soziologischer Theoriebildung."
Gert Scobel, Imaginierte Zukunft, Buchtipp vom 24. Mai 2018.
 
"In Imaginierte Zukunft legt Beckert gründlich, umfassend und überzeugend dar, warum stimmt, was viele über den Kapitalismus denken: dass er ein Luftschloss ist, gebaut auf Fantasien an der Grenze zum Betrug." The Atlantic
 
"Den dominierenden sozialwissenschaftlichen Ansätzen, die die Zustände des Kapitalismus aus der Geschichte heraus erklären, setzt Beckert seinen Schlachtruf entgegen: 'Die Zukunft zählt'."
Süddeutsche Zeitung, 6. Mai 2018.
 

 
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