Sind Verwaltungsbürokratien als Vorreiter technologischer Innovation
vorstellbar? Können einzelne, große Organisationen als Nachfrager in einem
Markt Monopole überwinden helfen, wo Wettbewerbsbehörden hilflos sind?
Stadtverwaltungen wie jene in München und Wien werfen mit ihrem Wechsel von
Windows auf Linux am Desktop genau diese Fragen auf. Ein Vergleich von
Berlin, Frankfurt am Main, München und Wien zeigt, wie Organisation und
Technologie erst im Zusammenspiel zu einem "Lock-in" auf Windows führen –
und wie und warum Akteure trotz aller Umstellungshürden
(Diskurs-)Koalitionen für einen Wechsel zu Freier Software oder
Open-Source-Software stimmen. Dabei dokumentiert der Band, dass und was auch
Unternehmen von Stadtverwaltungen im IT-Bereich lernen können.
Das Feld: "Everyone's favorite example" für Pfadabhängigkeit – Die
Methodik: Komparative Fallstudien großer Stadtverwaltungen – Die Fälle I:
Der Weg in die Pfadabhängigkeit – Die Innovation: Proprietäre vs. Freie/Open
Source Software – Die Fälle II: Migration als Pfadbruch? – Diskussion:
Pfadabhängigkeit, Pfadbrechung und die Emergenz radikalen Wandels
Leonhard Dobusch hat im DFG-Graduiertenkolleg "Pfade organisationaler
Prozesse" an der Freien Universität Berlin promoviert und forscht derzeit am
Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung zum Thema "Der Streit
ums Urheberrecht".