Solidarität ist das Grundprinzip des Sozialstaates und eine wichtige und
zugleich bedrohte Ressource moderner Gesellschaften. Bedroht ist sie, wenn
Bürger sich Solidaritätspflichten entziehen oder Vorteile aus sozialen
Rechten genießen, ohne die damit verbundenen solidarischen Verpflichtungen
zu teilen. Globalisierung kann diese Probleme zuspitzen. Entnationalisierung
führt zur Anonymisierung des Kollektivs, das Anspruch auf solidarische
Unterstützung erheben kann. Die Autorinnen und Autoren des Bandes
untersuchen die Grundlagen von Solidarität und ihre Bedrohung durch Prozesse
der Entnationalisierung und zeigen auf, inwiefern auch zeitgenössische
Gesellschaften auf Solidarität angewiesen sind.
Mit Beiträgen unter anderem von Helmut Anheier, Johannes Berger, Ayse
Caglar, Wolfgang van den Daele, Rainer Döbert, Jürgen Habermas, Franz-Xaver
Kaufmann, Herfried Münkler, Claus Offe, Ilona Ostner, Klaus Schlichte,
Reinhard Schulze, Steffen Sigmund, Rudolf Stichweh, Christian Tomuschat und
Heike Walk.
Jens Beckert ist Professor für Gesellschaftstheorie an der
Georg-August-Universität Göttingen. Julia Eckert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale. Martin Kohli ist Professor für Soziologie an der Freien Universität
Berlin (ab Herbst 2004 am European University Institute, Florenz). Wolfgang Streeck ist Professor für Soziologie und Direktor am
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln.