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Jürgen Beyer (Hrsg.)
Vom Zukunfts- zum Auslaufmodell?
Die deutsche Wirtschaftsordnung im Wandel

 


 
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2003
236 S. | ISBN 3-531-14003-5 | 19,90 €
 

Abstract | Inhalt | Herausgeber


 

 

Abstract


 
Lange Zeit schien es so, als ob die auf Konsens und langfristige Entwicklungen setzende deutsche Wirtschaftsordnung für den internationalen Wettbewerb gut vorbereitet wäre. Inzwischen scheint allerdings mehr als fraglich, ob die komparativen Vorteile des einst als vorbildhaft gepriesenen "Modell Deutschland" noch hinreichend sind. Was bleibt angesichts von neuen Herausforderungen und Reformbemühungen vom einstigen Zukunftsmodell? Wie weitgehend sind die derzeit stattfindenden Wandlungsprozesse? Die Autorinnen und Autoren des Bandes kommen aufgrund ihrer Analysen (z.B. zu betrieblichen Pakten, Standortstrategien, Unternehmensverflechtungen, tripartistischen Arrangements und Shareholder-Value-Orientierungen) zu differenzierten Einschätzungen. Eine durchgängige Angloamerikanisierung der Wirtschaftsordnung ist demgemäß aber kaum wahrscheinlich.
 
In den anhaltenden Diskussionen um Reformdruck und Reformblockaden wird häufig vergessen, dass sich die deutsche Wirtschaftsordnung in den letzten Jahren bereits erheblich verändert hat. Hier lohnt ein analytischer Blick auf die tatsächliche Situation, damit die Debatte um die Zukunft der deutschen Wirtschaftsordnung nicht auf Grundlage von falschen Prämissen geführt wird.
 
Die Einschätzungen der Autoren passen in der Gesamtschau nicht in das Bild der institutionellen Erstarrung, welches die öffentliche Diskussion derzeit beherrscht. Vielmehr scheint sich ein Zustand eingestellt zu haben, bei dem sich Altbekanntes mit Neuem "hybridisierend" mischt. Die Veränderungen wurden nicht durch den modelltypischen Interessenausgleich, sondern primär durch die Fähigkeit zur Durchführung von Traditionsbrüchen vorangetrieben. Der beschriebene institutionelle Wandel hat viele verschiedene Facetten, weil unterschiedliche Akteure an verschiedenen Stellen Traditionsbrüche wagen oder von externen Einflüssen dazu getrieben werden. Die Koordinierungsfähigkeit und Geschlossenheit des einstigen deutschen Modells ist hierbei auf der Strecke geblieben.
 

 

Inhalt


 
Vorbemerkung
 
Einleitung: Alle Macht dem Markt?
Wolfgang Streeck und Martin Höpner
 
Krise in der Deutschland AG: Der Fall AEG
Dirk Ipsen und Jens Pfitzinger
 
Wer beherrschte die Gemeinwirtschaft? Unternehmenskontrolle in politischen Unternehmen
Anke Hassel
 
Deutschland AG a.D.: Deutsche Bank, Allianz und das Verflechtungszentrum des deutschen Kapitalismus
Jürgen Beyer
 
Entsteht ein Markt für Unternehmenskontrolle? Der Fall Mannesmann
Martin Höpner und Gregory Jackson
 
Auf dem Weg zur Aktionärsorientierung: Shareholder Value bei Hoechst
Stefan Eckert
 
Viele Wege nach Rom? BASF, Bayer und Hoechst
Sigurt Vitols
 
Der Einfluss des Kapitalmarkts und seine Grenzen: Die Chemie- und Pharmaindustrie
Steffen Becker
 
Kapitalmarktorientierung und Mitbestimmung: Veba und Siemens
Rainer Zugehör
 
Corporate Governance im Mehrebenensystem: Konfliktkonstellationen im Investitionswettbewerb
Britta Rehder
 
Die Autorinnen und Autoren
 

 

Herausgeber


 
Jürgen Beyer, Dr. phil., ist Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln.

 
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