Institut
Das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung ist eine
Einrichtung der Spitzenforschung in den Sozialwissenschaften. Es
betreibt anwendungsoffene Grundlagenforschung mit dem Ziel einer
empirisch fundierten Theorie der sozialen und politischen
Grundlagen moderner Wirtschaftsordnungen. Im Mittelpunkt steht
die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen ökonomischem,
sozialem und politischem Handeln. Mit einem vornehmlich
institutionellen Ansatz wird erforscht, wie Märkte und
Wirtschaftsorganisationen in historisch-institutionelle,
politische und kulturelle Zusammenhänge eingebettet sind, wie
sie entstehen und wie sich ihre gesellschaftlichen Kontexte
verändern. Das Institut schlägt eine Brücke zwischen Theorie und
Politik und leistet einen Beitrag zur politischen Diskussion
über zentrale Fragen moderner Gesellschaften.
Das Forschungsprogramm wird von den Direktoren
Jens
Beckert und
Wolfgang Streeck bestimmt. Die Direktoren sind innerhalb
eines von der Max-Planck-Gesellschaft festgelegten Rahmens
bei der Auswahl und Verwirklichung ihrer Forschungsvorhaben
frei und unabhängig. Zwischen vierzig und fünfzig am MPIfG
beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoranden,
Stipendiaten, Gastwissenschaftler und Projektmitarbeiter
sind in oft international zusammengesetzten Forscherteams
tätig. Sie sind in die Forschungsplanung einbezogen und
entwickeln in deren Rahmen eigene Projekte. Das MPIfG
betreibt keine Auftragsforschung.
Das MPIfG betrachtet internationale Zusammenarbeit als die
aussichtsreichste organisatorische Form vergleichender
Forschung. Zahlreiche Gastwissenschaftler bereichern das
Forschungsprogramm. Das MPIfG ist Teil eines weltweiten
Netzwerkes von Forschungsinstitutionen und Wissenschaftlern
in den Sozialwissenschaften. Es unterhält enge
Kooperationsbeziehungen zu einer Reihe von Instituten mit
vergleichbaren Forschungsschwerpunkten:
Der
Fachbeirat des MPIfG,
eine international besetzte, unabhängige wissenschaftliche
Evaluierungskommission, begutachtet die Forschungsarbeit und
ihre Ergebnisse alle zwei Jahre. Er berät die Direktoren bei der
Planung neuer Forschungsschwerpunkte. Die Verbindung zur
Öffentlichkeit sichert ein
Kuratorium
mit Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und
Medien.
Auf seiner Website www.mpifg.de informiert das Institut über
seine aktuellen
Forschungsprojekte
und stellt die am Institut arbeitenden
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor. Ferner finden
sich dort
Nachrichten,
Hinweise auf
Veranstaltungen und
Ausschreibungen.
Ein großer Bereich der Website ist den Veröffentlichungen des
Instituts gewidmet. Alle aktuellen Publikationen und die der
vergangenen Jahre sind hier verzeichnet und werden zu einem
großen Teil als frei abrufbare Dokumente angeboten. Das Institut
gibt vier Publikationsreihen heraus:
- MPIfG Bücher
sind Monographien, die sich an ein breites Fachpublikum
wenden;
- MPIfG Discussion
Papers
sind Aufsätze aus laufenden Projekten oder von
Gastwissenschaftlern, die in der Regel später in
Fachzeitschriften veröffentlicht werden;
- MPIfG Working Papers
enthalten vorläufige Forschungsergebnisse und
Diskussionsbeiträge.
-
In der Reihe MPIfG Journal Articles
erscheinen Aufsätze von Wissenschaftlern des MPIfG online, die zuvor in wissenschaftlichen Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht wurden.
Ein
Jahrbuch, Informationsmaterialien, Praktiker-Workshops und
Angebote für
Journalisten
geben einem breiteren Fachpublikum Einblick in die
Forschungsarbeit des Instituts. Mit öffentlichen Vortragsreihen
und Exkursionstagen für Schulklassen sowie einer jährlichen
Kunstausstellung öffnet sich das MPIfG auch einem breiteren,
nichtfachlichen Publikum.
Das MPIfG wurde 1985 unter Leitung von
Renate Mayntz gegründet. Es gehört zu den kleineren der etwa
achtzig Forschungseinrichtungen der
Max-Planck-Gesellschaft (MPG), die vor allem in den Natur-,
aber auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften
Grundlagenforschung betreibt. Mit einem Jahresetat von derzeit
1,4 Milliarden Euro gehört die Max-Planck-Gesellschaft zu den
größten außeruniversitären Forschungsorganisationen
Deutschlands. Die MPG finanziert sich zu etwa achtzig Prozent
aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern. Dazu kommen
Einnahmen aus Mitgliedschaftsbeiträgen, Spenden,
Projektförderung und eigenen Erträgen. Der Jahresetat des
Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung liegt derzeit
bei 4,4 Millionen Euro.
Das Institut hat 31 Planstellen für wissenschaftliche und
nichtwissenschaftliche Beschäftigte sowie Fördermittel für etwa
25 Doktoranden und Postdoktoranden. Weitere Stellen werden über
Sonderprogramme des Bundes, der EU und anderer Projektträger und
durch Projektmittel finanziert.
Das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung hat eine
eigene
Bibliothek mit etwa 260.000
Titeln (Monographie- und Aufsatzliteratur) und 180
Fachzeitschriften. Elektronische Recherchemöglichkeiten in den
Beständen der Institutsbibliothek und in externen
Literaturdatenbanken ergänzen das Angebot. Eine leistungsfähige
Infrastruktur liefert die Arbeitsmittel für Forschung und
Organisation und sichert die internationale Konnektivität. Das
MPIfG bietet drei Lehrstellen für Auszubildende in den Bereichen
Bürokommunikation und EDV.