Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland


 

Der Rückgang der Wahlbeteiligung

 
Anfang der 1990er-Jahre erschien der Rückgang der Wahlbeteiligung manchem Beobachter noch als Normalisierung gegenüber den ungewöhnlich hohen Beteiligungsraten der 1970er-Jahre. Doch inzwischen ist klar, dass nicht einfach eine Rückkehr auf das vorangegangen Niveau stattgefunden hat, sondern die Wahlbeteiligung niedriger als jemals zuvor ausfällt - und zwar bei Bundestags- und Landtagswahlen genauso wie bei Kommunal- und Europaparlamentswahlen.


Mehr als 17 Million Wahlberechtigte blieben wie schon 2009 auch bei der Bundestagswahl 2013 der Wahlurne fern. Dabei zeigt sich ein verfestigter Kern von Nichtwählern, denn drei von vier Nichtwählern - insgesamt mehr als 14 Million Personen - wählten weder 2009 noch 2013, wie die Wählerwanderungsanalysen von intrafest dimap zeigen.


Gemessen an den Wahlberechtigten ist der Stimmenanteil der beiden Volksparteien seit den siebziger Jahren dramatisch zurückgegangen - für die SPD hat er sich in dieser Zeit halbiert. Dies liegt zum einen am Aufstieg kleinerer Parteien, aber auch an der wachsenden Zahl der Nichtwähler, die bei der Bundestagswahl 2013 nach der CDU-CSU die zweitgrößte Gruppe stellten. Die beiden Kurven für die SPD-Wähler einerseits und die Nichtwähler anderseits verlaufen fast exakt spiegelbildlich. Bei einem hohem Nichtwähleranteil hat die SPD bei den 18 Bundestagswahlen seit 1949 stets schlecht abeschnitten.


Hinter der durchschnittlichen Wahlbeteiligung - hier durch die rote Linie markiert - verbergen sich erhebliche Unterschiede. Aus der Abbildung lassen sich für jede Bundestagswahl die Unterschiede in der Wahlbeteiligung zwischen den Wahlkreisen ablesen. In der Tendenz gilt: Je niedriger die durchschnittliche Wahlbeteiligung, desto größer die Beteiligungsunterschiede.



MPIfG: Projekt "Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland" | http://www.mpifg.de/projects/demokratie/grafik_wahlbet_trends.asp [Zuletzt geändert 25.03.2014 18:06]