Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland


 

Wahlbeteiligungsunterschiede in Großstädten

 
In deutschen Großstädten bestehen große Unterschiede in der Wahlbeteiligung, wie diese Abbildung am Beispiel Kölns verdeutlicht: Bei der Bundestagswahl 2013 lagen mehr als 40 Prozentpunkte zwischen der höchsten und der niedrigsten Wahlbeteiligung in den Kölner Stadtteilen. Ausnahmslos finden sich die Nichtwählerhochburgen dabei in armen Stadtteilen, sodass sich ein enger Zusammenhang zwischen Indikatoren zur sozialen Lage eines Stadtteils und der Wahlbeteiligung seiner Bürger ergibt.


Kennt man von zwei Stadtteilen das durchschnittliche Einkommen, die Arbeitslosenquote oder etwa den Anteil der Jugendlichen, die das Gymnasium besuchen, lässt sich mit großer Treffsicherheit vorhersagen, in welchem Stadtteil die Wahlbeteiligung höher ausfallen wird. Dies wird in der Grafik dadurch deutlich, dass sich die Kreise - jeder Kreis steht für einen Stadtteil - eng an die Gerade anschmiegen.


Schon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts formulierte der schwedische Politikwissenschaftler Herbert Tingsten das "Gesetz der Streuung": Je niedriger die Wahlbeteiligung ausfällt, desto größer sind die Beteiligungsunterschiede. Dieser Zusammenhang bestätigt sich, wenn die höchste und niedrigste Wahlbeteiligung in einem Stadtteil zum Nichtwähleranteil insgesamt in Bezug gesetzt wird.



MPIfG: Projekt "Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland" | http://www.mpifg.de/projects/demokratie/grafik_wahlbet_stadtteile.asp [Zuletzt geändert 25.03.2014 18:06]