Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland


 

Wer sind die Nichtwähler?

 
Lange Zeit bestand in Wissenschaft und Öffentlichkeit die Auffassung, die Nichtwähler rekrutierten sich gleichmäßig aus allen Gesellschaftsschichten. Doch der Blick auf die Zusammensetzung von Wählern und Nichtwählern bei der Bundestagswahl 2009 zeigt, dass obere Einkommensgruppen bei den Wählern überrepräsentiert, aber bei den Nichtwählern deutlich unterrepräsentiert sind. Bei einer gleichmäßigen Verteilung müsste jedes Quintil 20 Prozent der Wähler und der Nichtwähler stellen.


Besonders niedrig ist die Wahlneigung von jüngeren Wahlberechtigten mit niedriger Bildung. Während die Unterschiede bei den Über-60-Jährigen moderat ausfallen, sind sie bei allen jüngeren Altersgruppen und insbesondere bei den Unter-30-Jährigen stark ausgeprägt.


In den letzten dreißig Jahren haben sich die Beteiligungsunterschiede von Hoch- und Niedriggebildeten vergrößert. Bei der Bundestagswahl 1983 gaben 92 Prozent der Befragten mit Abitur und 88 Prozent mit Hauptschulabschluss an, gewählt zu haben. 2009 lagen 27 Prozentpunkte zwischen diesen beiden Gruppen.


Obwohl die Wahlbeteiligung insgesamt gesunken ist, fällt der Rückgang keineswegs gleichmäßig aus: Stärker als andere Gruppen verzichten heute untere Einkommensgruppen auf die Wahlteilnahme.




MPIfG: Projekt "Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland" | http://www.mpifg.de/projects/demokratie/grafik_wahlbet_nichtwaehler.asp [Zuletzt geändert 25.03.2014 17:06]