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 Forschungsprojekte am MPIfG

Neue Formen der Industriepolitik in der EU-Peripherie

Fabio Bulfone


 
Der globale Liberalisierungs- und Privatisierungstrend hat die institutionelle Struktur der kapitalistischen Ordnung verändert und den Spielraum für die Implementierung traditioneller industriepolitischer Maßnahmen begrenzt. Trotzdem hat die Verbreitung des Neoliberalismus nicht zu einer Aufgabe aller industriepolitischen Bestrebungen geführt. Tatsächlich hat die supranationale Integration ehemals geschützter Sektoren den stärksten nationalen Wettbewerbern neue Wege für ausländisches Investment eröffnet. Mithilfe innovativer industriepolitischer Strategien können Regierungen bei der Unterstützung von Auslandsexpansionen heimischer Firmen eine Schlüsselrolle übernehmen. Das Projekt vergleicht die Strategien Italiens, Spaniens, Ungarns und Polens, Internationalisierung zu begünstigen und die Beteiligung heimischer Unternehmen in drei ehemals geschützten strategischen, sogenannten staatsnahen Sektoren zu beanspruchen: Telekommunikation, Elektrizität und Bankwesen. Die dabei untersuchte Zeitspanne umfasst den von der EU eingeleiteten Prozess der Marktintegration der Dienstleistungssektoren in den 1980er-Jahren bis hin zum Aufkommen der populistischen Regierungen in Polen und Ungarn in jüngerer Vergangenheit, die einen inländischen Besitz an strategisch bedeutenden nationalen Unternehmen fordern. Projektdauer: Oktober 2018 bis November 2021.
 

 
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