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 Forschungsprojekte am MPIfG

Export von Wachstumsmodellen Richtung Osten: Komplementarität und transnationale politische Dynamiken von zentralen und semiperipheren Modellen

Jasper Simons


 
Während der Finanz- und Wirtschaftskrise kamen Zweifel an der Abhängigkeit Mittel- und Osteuropas (CEE) von ausländischen Direktinvestitionen auf oder wurden bestätigt. Obwohl das Thema in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen kontroverse Diskussionen auslöste, wurde im Wesentlichen an den bisherigen Wachstumsmodellen festgehalten. Zwar wurden, um die Ursachen für die Stabilität des Modells zu ergründen, im Rahmen von CEE-Forschungsprogrammen die innenpolitischen Dynamiken der europäischen Halbperipherie untersucht, doch nur wenige davon beschäftigten sich mit den transnationalen politischen Dynamiken, die den Fortbestand derartiger Modelle sichern. Transnationale Integration bedeutet jedoch tatsächlich eine gegenseitige Abhängigkeit und Komplementarität zwischen dem Zentrum und der Halbperipherie. Ziel des Projekts ist herauszufinden, wie hoch der Grad der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen diesen Modellen tatsächlich ist. Darüber hinaus soll zum Verständnis darüber beigetragen werden, wie sich dieses Phänomen auf makroökonomische Strategien und innenpolitische Maßnahmen im Zentrum Europas und in der Halbperipherie auswirkt. Insbesondere soll quantitativ ermittelt werden, welche wirtschaftlichen Vorteile mit einer transnationalen Integration für Unternehmen im Zentrum sowie für die Volkswirtschaften der Zielländer verbunden sind. Um die politischen Dynamiken zu ermitteln, die die Stabilität von auf gegenseitigen Abhängigkeiten gestützten Wachstumsmodellen begründen, wird mithilfe von Interviews mit Fachleuten die strategische Interaktion zwischen Ursprungsländern, Unternehmen im Zentrum und Zielländern analysiert. Im Rahmen zweier vergleichender Fallstudien zu Exporten von Industrieerzeugnissen zwischen Deutschland und Ungarn sowie zur Finanzintegration zwischen Schweden und Estland sollen zudem Unterschiede bei den transnationalen Beziehungen zwischen verschiedenen Wachstumsmodellen untersucht werden. Projektdauer: Oktober 2021 bis September 2023.
 

 
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