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 Forschungsprojekte am MPIfG

Die politische Macht der Unternehmen im digitalen Kapitalismus: (Wie) verändert die Digitalisierung Machtressourcen und Lobbying-Strategien von Unternehmen?

Michael Kemmerling


 
Digitalisierung verändert den Kapitalismus, indem sie die Nutzung eines neuen Rohstoffs durch innovative Produktionsmittel ermöglicht: Immer mehr Geschäftsmodelle bauen auf der Erhebung von Daten und deren Verarbeitung durch digitale Technologien auf. Dies schafft nicht nur neue Wege der Wertschöpfung, sondern verändert auch die Ressourcen und Strategien von Unternehmen, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Aktuelle Studien heben eine Annäherung der Präferenzen von Plattform-Unternehmen und der von ihnen abhängigen Nutzerinnen und Nutzer hervor, woraus ein permissiver Konsens gegen Regulierung entsteht. Aber wie beeinflusst die Digitalisierung die materiellen Machtressourcen von Firmen aus allen Wirtschaftssektoren? Dieser Frage geht das Projekt nach und leistet einen Beitrag zur einschlägigen Literatur, indem das Augenmerk nicht nur auf Digitalunternehmen, sondern auch auf Firmen des – zunehmend digitalisierten – Industriesektors gelegt wird. Da Machtressourcen allerdings mobilisiert und angewandt werden müssen, um politische Entscheidungen zu beeinflussen, ist eine zweite zentrale Frage des Projekts, wie Plattformen die latente Koalition mit ihren Nutzern aktivieren. Hierzu wird das Framing von Politikdebatten und die Nutzung von Grassroots-Lobbying im Kontext zweier Urheberrechtsreformen in den USA und der EU mithilfe einer Prozessanalyse und quantitativer Textanalyse vergleichend untersucht. Projektdauer: Oktober 2019 bis März 2023.
 

 
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