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 Forschungsprojekte am MPIfG

Regierungstechniken im finanzialisierten Kapitalismus: Zentralbankmacht und institutioneller Wandel

Leon Wansleben


 
Zentralbanken haben seit den 1970er-Jahren enorm an Einfluss über Wirtschaftspolitik gewonnen. In welchem Zusammenhang steht dieser Politikwandel mit der Expansion der Finanzmärkte während desselben Zeitraums? Zur Beantwortung dieser Frage untersucht das Projekt, wie Zentralbanken auf der konkreten operativen Ebene mit Banken interagieren. Der Politikeinfluss von Zentralbanken hängt wesentlich davon ab, dass der Finanzsektor ihre Interventionen verlässlich übermittelt und amplifiziert; gleichzeitig ist die Kreditschöpfung der Banken abhängig von dem jeweiligen modus operandum der Zentralbanken. Diese operativen Beziehungen können jedoch unterschiedliche Formen annehmen. So basierten monetaristische Zentralbanken wie die Bundesbank ihre Autorität auf eine strenge Kontrolle der Geldmärkte und disziplinierende Kommunikation gegenüber korporatistischen Institutionen. Der allgemeine Trend ging aber in Richtung einer Ausrichtung der Zentralbanken auf marktbasierte Finanzsektoren. Dieser Trend ist entscheidend für die Steigerung von Zentralbankmacht in einer Phase von allgemeiner Liberalisierung und hat gleichzeitig Bedingungen für beschleunigte Finanzialisierung geschaffen. Projektdauer: Januar 2019 bis Juli 2021.
 

 
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