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 Forschungsprojekte am MPIfG

Auf dem Weg zu einer politischen Ökonomie des Wachstums durch Finanzialisierung

Puneet Bhasin


 
Die Post-Bretton-Woods/Post-Keynesianische Ära ist vom Aufstieg eines modernen weltweiten Finanzsystems geprägt, das in unterschiedlichem Maße die „Finanzialisierung“ hoch entwickelter Industrienationen bewirkt hat. Ziel des Projekts ist es, die sich verändernde politische Ökonomie dieser Industrienationen zu konzeptualisieren, denen der Finanzialisierungsprozess nicht nur wirtschaftliches Wachstum gebracht hat, sondern auch zunehmende Einkommens- und Vermögensungleichheit, die nun die bestehenden demokratischen Strukturen gefährdet. Hierzu entwickelt es das Konzept des Wachstums durch Finanzialisierung fort, das von einem rapiden Anstieg des kreditfinanzierten Konsums ausgeht sowie von der Umlenkung von Erträgen aus komplexen Finanzgeschäften, die von Kapitalanlegern überwiegend in kapitalintensive, stark risikobehaftete, doch potenziell sehr ertragreiche Vorhaben investiert werden. Durch das Aufspüren historisch verzerrter Verteilung der zugrunde liegenden finanziellen Vermögen soll gezeigt werden, inwiefern Ungleichheit ein endogener Faktor des finanzialisierten Wachstumsprozesses ist und wie Ungleichheit durch eine an Interessengruppen orientierte Politik und Sozialpartnerschaft gefördert beziehungsweise beschränkt wird. Das Projekt verwendet einen induktiven Forschungsansatz und analysiert die Politik verschiedener Grade finanzialisierten Wachstums seit den 1980er-Jahren anhand von Fallstudien zu den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Schweden. Projektdauer: Oktober 2019 bis März 2022.
 

 
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