Politische Ökonomie von Wohnungsmärkten

Sebastian Kohl

Kapitalistisch organisierte Volkswirtschaften unterscheiden sich voneinander darin, wie viele Haushalte in ihrer Bevölkerung zur Miete und wie viele in eigenen vier Wänden wohnen. Eine vorhergegangene Studie versuchte zu erklären, warum Länder große Unterschiede bei Eigentum und Miete aufweisen (vgl. Homeownership, Renting, and Societies: Historical and Comparative Perspectives, Routledge 2017). Darauf aufbauend untersucht das Projekt nunmehr Wohnungsmärkte im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft in historisch vergleichender Perspektive. Als eine mögliche Ursache der länderspezifischen Unterschiede analysiert es, inwieweit die Geschichte der Eigenheimideologie selbst einen Erklärungsbeitrag für hohe Wohneigentumsquoten und das Anwachsen von Hypothekenverschuldung sein kann. Darüber hinaus sollen folgende Fragen geklärt werden: Warum hat dieser Schuldenzuwachs nicht zu mehr Wohneigentum oder Bautätigkeit geführt? Welche Rückwirkungen haben Wohnungsarrangements auf politisches Verhalten? Und welchen Einfluss haben Wohnungsmarkteffekte auf Segregation in deutschen Städten? Projektdauer: Oktober 2017 bis Juli 2024.

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