Es koste, was es wolle: Wie wir um die Rettung des Euro rangen

Martin Heipertz

Der Vertrag von Maastricht schließt mit der No-Bailout-Klausel die Haftung für Verbindlichkeiten einzelner Mitgliedstaaten aus. Trotzdem erhielten Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern Kredite, Garantien und Transfers. Der Vertrag verbietet auch die Monetisierung von Staatsfinanzen. Trotzdem erklärte die Europäische Zentralbank im Sommer 2012, den Euro um jeden Preis zu retten, und das Europäische System der Zentralbanken kaufte im weiteren Verlauf europäische Staatsanleihen in nie dagewesener Größenordnung auf. Diese Entscheidungen waren grundlegend für die Stabilisierung der Währungsunion seit 2010. Außerdem waren und bleiben sie Gegenstand massiver Kontroversen in rechtlichen, öffentlichen, politischen und akademischen Debatten. Diese umfassende und systematische Untersuchung der Ereignisse und Entscheidungen soll zu einem besseren Verständnis dieser Entwicklung beitragen, die fraglos eine kritische Weichenstellung in der Geschichte der europäischen Integration darstellt. Als historische, narrative Rekonstruktion soll sie die akteurzentrierte und institutionentheoretische Analyse in diesem weiterhin aktiven Forschungsfeld bereichern. Projektdauer: Februar bis Oktober 2022.

Zur Redakteursansicht