Das im Jahr 2005 eingerichtete Journalist in Residence
Fellowship wird gemeinsam vom Kölner Max-Planck-Institut für
Gesellschaftsforschung, dem Zentrum für Sozialpolitik der
Universität Bremen (ZeS), dem Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung (WZB) und dem Amsterdam Institute for Advanced
Labour Studies (AIAS) vergeben. Die Fellowships werden von der
Volkswagen Stiftung
gefördert. Journalistinnen und Journalisten können während eines
sechswöchigen bis dreimonatigen Gastaufenthaltes in einem
Forschungsprojekt an einem der vier Partnerinstitute hospitieren
oder eigene Recherchen verfolgen.
Durch das Journalist in Residence Fellowship wollen die
Fellowship-Partnerinstitute MPIfG, AIAS, WZB und ZeS die
Vermittlung zwischen Sozialwissenschaften und Gesellschaft
stärken und eine exzellente journalistische Berichterstattung
über gesellschaftspolitische Fragestellungen fördern. Zugleich
sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der
Forschungsinstitute erfahren, wie die Vermittlung
wissenschaftlicher Erkenntnisse in den öffentlichen Diskurs
verbessert werden kann.
Fest angestellte und freie Journalisten aus regionalen oder
überregionalen Medien, die regelmäßig Wissenschaftsthemen oder
Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft bearbeiten.
Das MPIfG und seine Kooperationspartner bieten eine Teilnahme am
Forschungsalltag nach dem Modell des Journalist in Residence
an. Das Angebot umfasst:
Hospitation in einem Forschungsprojekt der Projektpartner oder Arbeit an
einem eigenen Projekt (Artikelserie, Feature, Buch o.ä.);
Möglichkeit zur Teilnahme an internen wissenschaftlichen Veranstaltungen der
Projektpartner;
Begleitung durch eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler des
jeweiligen Forschungsinstituts;
Arbeitsplatz im Institut mit moderner Kommunikationsausstattung und
leistungsfähigen Rechercheinstrumenten, Nutzung der Bibliothek und der
Internet-Recherchequellen für Sozialwissenschaftler.
Die eigene journalistische Arbeit kann während des
Gastaufenthalts in entsprechend eingeschränktem Maße fortgesetzt
werden. Von unseren Gästen erwarten wir ein internes Kolloquium
aus dem Themenspektrum Journalismus–Wissenschaft, die
Bereitschaft zum Austausch mit den am Institut arbeitenden
Wissenschaftlern sowie einen Erfahrungsbericht nach Beendigung
des Gastaufenthaltes, der der Evaluierung des Programms dienen
soll. Mit dem Journalist in Residence Fellowship ist
ausdrücklich nicht die Erwartung verbunden, dass die
teilnehmenden Journalisten Beiträge über die Forschungsarbeit
der jeweiligen Institutionen verfassen. Die journalistische
Unabhängigkeit wird gewährleistet.
Das Qualifizierungsangebot wird von der VolkswagenStiftung im
Rahmen der Initiative „Zukunftsfragen der Gesellschaft“
gefördert. Für die Dauer des Aufenthalts werden ein Forschungs-
und Recherchestipendium bis zur Höhe des entgangenen
Verdienstes, höchstens 5.000 Euro monatlich, sowie zusätzlich
Mittel für Sach- und Reisekosten gewährt. Am gastgebenden
Forschungsinstitut stehen ein Büro mit PC/Internet,
E-Mail-Account, Tel./Fax-Verbindung zu Verfügung. Alle
Recherchequellen der Institutsbibliothek können frei genutzt
werden. Journalists in Residence haben die Möglichkeit zur
Teilnahme an der wissenschaftlichen Arbeit eines renommierten
Forschungsinstituts mit Wissenschaftlern und Gastforschern aus
dem In- und Ausland.
Erforderlich sind ein Nachweis journalistischer Tätigkeit im
Bereich Politik/Gesellschaft/Wirtschaft für regionale oder
überregionale Medien, eine Vorstellung der eigenen
journalistischen Themenschwerpunkte, der beabsichtigten Nutzung
des Gastaufenthaltes mit Angabe der für den Aufenthalt
bevorzugten Institution, ein Lebenslauf mit journalistischem
Werdegang und einer Beschreibung der aktuellen Tätigkeit sowie
Empfehlungsschreiben eines Chefredakteurs oder Ressortleiters
und bis zu fünf relevante Arbeitsproben (PDF oder Kopien,
Audio-/Videofiles für PC/Windows).
"Das Programm kann das Zusammenspiel von Medien und
Wissenschaft nicht nur entkrampfen, es kann neue
Perspektiven eröffnen. Die sind längst überfällig."
(Sperber, FR).