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 Journalist in Residence Fellowship - Ausschreibung 2009

 

Kurzzeitaufenthalte am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern


 
Ansprechpartnerin Medien
Heidi Morgenstern
Tel. +49 228 91416-13
www.coll.mpg.de
 

 
Gemeinschaftsgüter sind Güter, mit denen die Märkte nicht ohne weiteres fertig werden. Dazu kommt es vor allem, wenn der Zugang zu ihnen nur schwer begrenzt werden kann. Beispiele sind die Umweltmedien Luft, Wasser und Boden, physische und virtuelle Netze, Infrastrukturen und systemische Wirkungen von Finanztransaktionen.
 
Die Praxis hat sehr unterschiedliche institutionelle Arrangements zur Bewältigung der Probleme gefunden, die solche Güter stellen. Bei den Infrastrukturen wird vor allem über staatliche oder private Bereitstellung gestritten. Bei den Gefahren, die die Übernutzung der Umweltmedien nach sich zieht, finden sich staatliche Verbote, marktförmige Tauschbeziehungen, verbandliche Kooperationsformen und Verhandlungssysteme bis hin zu gesellschaftlicher Selbstregulierung.
 
Existierende institutionelle Lösungen für die Bereitstellung von Gemeinschaftsgütern sind einem steten Wandel unterworfen. So lassen grenzüberschreitende Probleme der Umweltverschmutzung nationale Maßnahmen zunehmend ins Leere laufen. Reformen wie die Privatisierung und Deregulierung vieler Infrastrukturen lösen ihrerseits neuen Regulierungsbedarf aus.
 
Aus politikwissenschaftlicher Sicht interessieren vor allem die Fragen: Wie und warum entwickeln sich unterschiedliche institutionelle Lösungen zur Bereitstellung von Gemeinschaftsgütern und wie leistungsfähig und fair sind sie unter welchen Rahmenbedingungen? Ist die Durchführbarkeit instrumenteller Lösungen gegeben? Welche Verteilungswirkungen erzeugen die unterschiedlichen institutionellen Arrangements und Instrumente und wie wirken sie sich auf bestehende staatliche und gesellschaftliche Strukturen aus? Diese Fragen werden theoretisch eingebettet, empirisch-analytisch, im internationalen und europäischen Kontext, ländervergleichend und in unterschiedlichen Politikfeldern untersucht. Dazu zählen der Umweltschutz, die Regulierung von Finanzdienstleistungen, die Verwendung neuer Informationstechnologien sowie Schlichtungsverfahren im internationalen Handel und Transport.
 
Viele institutionelle Arrangements für Gemeinschaftsgüter sind rechtlich verfasst. Dann werden sie schon durch ihre Form zum Gegenstand für den Rechtswissenschaftler. Rechtsfragen stellen sich aber auch dann, wenn sich der Staat auf punktuelle Interventionen in die gesellschaftliche Regelbildung und Regelanwendung beschränkt oder sich gar ganz zurückhält. Manchmal verpflichtet die Verfassung die Rechtsordnung nämlich sogar zur Intervention. Jedes staatliche Handeln muss sich jedenfalls aber am grundrechtlichen Übermaßverbot messen lassen. Die juristischen Untersuchungen untersuchen diese Fragen am Beispiel von Abfallrecht und Abfallpolitik. Zugleich testen sie dabei die Brauchbarkeit der angebotenen Lösungen für die Rechtspraxis.
 
Alle Arbeiten des Instituts sind interdisziplinär angelegt. Sie verbinden Einsichten aus Rechts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften.
 

 
 
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