MPIfG Working Paper 02/9, Juli 2002

 

Ostasiatische oder pazifische Handelsdynamik?
Eine Analyse von UNCTAD-Handelsdaten, 1970–2000

 

von Patrick Ziltener, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung

 

Dr. Patrick Ziltener ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln.

 

 

 

Abstract

 

East Asian or Pacific Trade Dynamics? An Analysis of UNCTAD Trade Data, 1970-2000

 

The paper contributes to answering the question of whether preferential trade agreements (PTA) have an impact on real trade flows, and, if so, for which geographical areas. The first section reviews the results of empirical research on the trade effects of EU, NAFTA, APEC and ASEAN. An analysis of UNCTAD trade data then shows that the most significant development from 1970 to 2000 was the rise of the East Asian countries in the world economy. A comparison of the development of the intra-trade of the different trade groupings in relation to world trade demonstrates that the process suggested by aggregated APEC data – "trans-Pacific integration" – is not what actually occurred. The paper concludes that it makes sense to analyze the dynamics of East Asian trade integration, North American trade integration and trans-Pacific exchange separately.

 

 

Zusammenfassung

 

Der Aufsatz ist ein Beitrag zur Klärung der Frage, für welche geographischen Räume wirtschaftliche Integrationsprozesse anhand von Handelsdaten identifiziert werden können, und ob handelspolitische Präferenzabkommen dabei eine Rolle spielen. Zunächst wird eine knappe Übersicht über die Ergebnisse empirischer Forschung bezüglich der Handelseffekte von EU, NAFTA, APEC und ASEAN gegeben. Auf der Basis einer Analyse von Handelsdaten, wie sie von der UNCTAD bereitgestellt werden, wird dann gezeigt, dass die Jahre 1970-2000 vor allem durch den weltwirtschaftlichen Aufstieg der Länder Ostasiens geprägt waren. Mit einem Vergleich des Intra-Handels der verschiedenen Handelsgruppierungen und ihrem Verhältnis zur Entwicklung des Welthandels wird belegt, dass APEC-Handelsdaten einen "pazifischen Integrationsprozess" suggerieren, wie er nicht stattgefunden hat. Schlussfolgerung des Aufsatzes ist, dass eine differenzierte Analyse der unterschiedlichen Dynamiken der inner-ostasiatischen, der nordamerikanischen Handelsintegration und des transpazifischen Austausches angebracht ist.

 

 

 

 

 

Inhalt

 

Einleitung

1Handelsgruppierungen

2Welthandel 1970-2000 – Der Aufstieg Ostasiens

3Kompetitive Regionalisierung: EU, NAFTA, APEC und ASEAN im Vergleich

4Schluss

Bibliographie

Anhang Daten

 

 

 

 

 

Einleitung

 

Im Rahmen eines größeren Forschungsprojektes Der Aufstieg Ostasiens als regionaler Integrationsprozess? erwies sich eine etwas ausführlichere Analyse von Handelsdaten als notwendig. Ausgangspunkt ist die Frage, für welche geographischen Räume wirtschaftliche Integrationsprozesse identifiziert werden können, und ob handelspolitische Präferenzabkommen dabei eine Rolle spielen. Unter wirtschaftlicher Integration (oder Regionalisierung) wird ein empirisch beobachtbarer Prozess der Verdichtung grenzüberschreitender ökonomischer Aktivitäten in einer Weltregion verstanden. Dies kann, muss aber nicht dem Rahmen folgen, der durch Handelspräferenzabkommen gegeben ist.

 

Die UNCTAD stellt aufbereitete Handelsdaten für die Jahre 1970–2000 zur Verfügung,[1] und zwar nicht nur für die einzelnen Länder, sondern auch aggregiert für die 26 institutionalisierten "regional groupings" (Handbook, S. 4ff.).
Die Datenaufbereitung der UNCTAD folgt damit der Strukturierung, wie sie durch die Existenz dieser Handelsgruppierungen vorgegeben ist. Aus der Analyse dieser Daten können aber auch Erkenntnisse gewonnen werden, die sich nicht auf die institutionalisierten "Handelsblöcke" beziehen.

 

Teil 1 beschreibt die hier interessierenden Handelsgruppierungen EU, NAFTA, APEC und ASEAN und gibt eine knappe Übersicht über die Ergebnisse empirischer Forschung bezüglich der Handelseffekte der ihnen zugrundeliegenden Abkommen.
Im Anschluss daran soll die Frage beantwortet werden, ob es die Entwicklung im ostasiatischen oder diejenige im umfassenderen pazifischen Raum war, die den Welthandel in den letzten dreißig Jahren grundlegend verändert hat (Teil 2).
In Teil 3 wird untersucht, ob anhand der Daten über die Handelsentwicklung etwas über die Effekte der "kompetitiven Regionalisierung" gesagt werden kann. Die Entwicklung des intra-regionalen Handels einer Gruppierung wird in Verhältnis zu derjenigen ihres Gesamthandels und des gesamten Welthandels gesetzt.

 

 

1Handelsgruppierungen

 

Der Begriff der Handelsgruppierung wird hier dem vor allem im englischsprachigen Raum gebräuchlichen Begriff des "Handelsblocks" (trade bloc) vorgezogen, da er weniger Implikationen über das außenwirtschaftliche Verhältnis der Ländergruppe hat. Eine Handelsgruppierung ist eine Ensemble von Ländern, die mittels eines Präferenzabkommens einen von den globalen Regimen, insbesondere der World Trade Organization (WTO), unterschiedlichen Handelsraum geschaffen haben. Bei der WTO sind seit 1947 rund 150 regionale präferenzielle Abkommen notifiziert worden; die Mehrzahl davon ist in den 90er-Jahren abgeschlossen worden.
Die UNCTAD listet 26 existierende Handelsgruppierungen auf. Im vorliegenden Paper geht es, neben einzelnen Ländern Ostasiens und Nordamerikas, um vier offizielle und zwei "hypothetische" Handelsgruppierungen. Zu den offiziellen Handelsgruppierungen gehören EU, NAFTA, APEC und ASEAN. Graphik 1 gibt eine Übersicht über die Mitgliedsländer dieser Gruppierungen, so wie sie die Grundlage für die UNCTAD-Datenaufbereitung ist (UNCTAD Handbook of Statistics, S. 4ff.).

 

 

Graphik 1 Handelsgruppierungen und ihre Mitgliedstaaten

 

 

 

 

In diesem Paper werden auch die Daten von zwei "hypothetischen" Handelsgruppierungen diskutiert, d.h. von solchen, die im Zeitraum 1970–2000 nicht durch Handelspräferenzabkommen verbunden waren. Das sind Nordostasien (Japan, Südkorea, Taiwan, und China) und Ostasien (Japan, Südkorea, Taiwan, China und ASEAN), gebildet durch eine einfache Aggregation der Länderdaten. Auch die APEC-Daten für die Jahre vor 1989 und die NAFTA-Daten vor 1994 bilden "hypothetische" Gruppierungen ab, da die entsprechenden Verträge noch nicht in Kraft waren. Nur so kann anhand der Entwicklung der Handelsverflechtung beobachtet werden, ob die Abkommen auch eine Wirkung entfaltet haben. Noch komplizierter ist der Fall EU 15, da die EU 1970 erst 6 Mitgliedsländer umfasste. Eine EU mit den von der UNCTAD erfassten 15 Mitgliedsländern gibt es seit 1995 (1973 Beitritt Großbritanniens, Irlands und Dänemarks; 1980 Beitritt Griechenlands; 1986 Beitritt Spaniens und Portugals und 1995 Beitritt Österreichs, Schwedens und Finnlands), womit eigentlich auch EU 15 für den größten Teil des beobachteten Zeitraums eine "hypothetische" Gruppierung darstellt.
Die Unterscheidung zwischen eigentlichen und "hypothetischen" Handelsgruppierungen bezieht sich also auf das Vorhandensein eines formellen Abkommens. Eine weitere Unterscheidung wäre vorzunehmen zwischen solchen Abkommen, die signifikante Auswirkungen auf Handelsströme hatten, und solchen, die dies nicht taten. Dazu gibt es Ergebnisse empirischer Untersuchungen, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden.

 

–  Für die Europäische Union (EU, 1957 als Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, EWG, gegründet) sind Handelseffekte für die 50/60er-Jahre empirisch belegt (vgl. Davenport 1982), trotz methodologischer Probleme, da Handelsliberalisierung in Westeuropa in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als gradueller Prozess, auf mehreren Ebenen und in verschiedenen organisatorischen Einheiten, stattfand (Ziltener 2001). Die Forschung von De Grauwe (1988) und Frankel (1992) bestätigte den handelsschaffenden Effekt der EWG-Gründung. Diese Wirkung verschwindet in den 70er-Jahren; Handelsschaffung ergibt sich nurmehr aus den Erweiterungen, nicht mehr durch die Steigerung der Verflechtung zwischen den Gründerstaaten. Nach der zweiten Süderweiterung (1986) und unter dem Eindruck der Programme zur Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes bis zum 1.1.1993 nahm der Intra-EU-Handel deutlich zu, aber auch die Importe aus Drittländern stiegen an.[2] Die Dynamik der Handelsverflechtung war jedoch auch konjunkturbedingt; mit der einsetzenden Rezession sanken trotz fortschreitender Implementierung des Binnenmarktprogrammes die Niveaus wieder etwas ab (EU-Kommission 1993: 90; 1997: 92ff.). Die Integrationsforschung suchte den Effekt der Binnenmarktschaffung auf die Handelsentwicklung zu isolieren (Jacquemin/Sapir 1988b, Neven/Röller 1991, Sapir 1996). Die Resultate belegen, dass es einen handelsschaffenden Effekt des Binnenmarktprogrammes gegeben hat, und dass dieser, wie im Falle der früheren Integrationsschritte, größer gewesen sein dürfte als der handelsumlenkende. Eher überraschend der Befund, dass die nicht-tarifären Handelshindernisse "schädlicher" auf Importe aus Drittstaaten gewirkt haben, außer im Falle des öffentlichen Beschaffungswesens, wo die Fragmentierung des Marktes den Intra-EU-Handel stärker behindert hat. Die Binnenmarktschaffung hat dies weitgehend beseitigt (Sapir 1996).

 

–  Der bisher erfolgreichste politische Integrationsprozess in Ostasien ist die Gemeinschaft südostasiatischer Staaten (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN) (Dosch 1995, Mols 1996). 1967 gegründet gehören ihr neben den Gründungsmitgliedern Singapur, Malaysia, Thailand, Indonesien und den Philippinen inzwischen auch Brunei (seit 1984), Vietnam (seit 1995), Myanmar und Laos (seit 1997) sowie Kambodscha (seit 1999) an. Weder das ASEAN Preferential Trade Agreement von 1977 noch das 1991 beschlossene Vorhaben, bis zum Jahr 2003 eine Freihandelszone (ASEAN Free Trade Zone, AFTA) scheinen ein bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Handelsströme gehabt zu haben. Hilpert (1998: 17, Anm. 4) hält fest, dass zwar durch die kontinuierlich erweiterte ASEAN-Vorzugsbehandlung inzwischen über 20.000 Produkte abgedeckt werden, es sich dabei aber weitgehend um Güter handelt, die in Südostasien nicht gehandelt werden. Ob von dem ASEAN Freihandelsabkommen Impulse auf den intra-regionalen Handel Südostasiens ausgehen, hält er angesichts der bisherigen Widerstände gegen eine zügige Implementierung für ungewiss. ASEAN hatte, so Borrmann et al. (1985: 119), "schon in der Ausgangssituation kein nennenswertes intra-regionales und globales Gewicht, woran sich im Verlaufe der Integrationsbemühungen auch nichts geändert hat" (vgl. Dosch 1995: 81f, Panagariya 1999: 127ff.). Frankel/Wei (1996) finden in ihrer empirischen Untersuchung des Intra-ASEAN-Handels, dass dieser, kontrolliert nach Einkommensniveau und anderen Determinanten bilateralen Handelsentwicklung, höher ist als zu erwarten wäre. Die rasche Entwicklung des Handels im ASEAN-Raum und generell in Ostasien erklären sie aber allein durch die Wachstumsraten der Ökonomien. Handelsabkommen scheinen dabei keine Rolle zu spielen,[3] womit sie auch handelsumlenkende Effekte ausschließen. Wie alle Untersuchungen schätzen Frankel/Wei (1996) den Handel der ASEAN-Länder mit industrialisierten Ländern für bedeutender als den Intra-ASEAN-Handel ein. Auch die neueren Ergebnisse von Frankel/Stein/Wei (1998) bestätigen, dass die ASEAN-Länder weitaus "offener" sind, als im Rahmen ihres empirischen Modells zu erwarten wäre. Selover (1999; Daten 1961–1997) belegt, dass sich die Konjunkturzyklen zwischen den ASEAN-Ökonomien anzugleichen begonnen haben, was wohl mit der zunehmenden Handelverflechtung zu tun hat.

 

–  1989 wurde das Freihandelsabkommen USA-Kanada geschlossen und Ende 1992 der nordamerikanische Freihandelsvertrag (NAFTA) unterzeichnet, der Mexiko einbezog. Der NAFTA-Vertrag trat am 1.1.1994 in Kraft.[4] Die Ergebnisse empirischer Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Handelsverflechtung zwischen den drei nordamerikanischen Ökonomien bereits in den 80er-Jahren deutlich zugenommen haben, und dass Faktoren wie der Konjunkturverlauf, der wirtschaftliche Liberalisierungsprozess Mexikos und Peso-Abwertungen diese stärker beeinflusst haben als das Inkrafttreten des NAFTA-Vertrages. Blomström/Kokko/Globerman (1998) kommen zum Schluss, dass das NAFTA-Abkommen die Handelsverflechtung in Nordamerika deutlich weniger beeinflusst hat als die EWG/EU-Programme.[5]

 

–  Schon seit den 60er-Jahren gab es japanische Initiativen für eine institutionalisierte asiatisch-pazifische Kooperation; Leitvorstellung dabei war ursprünglich die EWG, dann die OECD. Die APEC wurde 1989 mit dem Ziel eines "offenen Regionalismus" gegründet,[6] als Gruppierung mit nicht-ausschließendem Charakter.[7] Ziel war Freihandel im asiatisch-pazifischen Raum bis 2010, für Entwicklungsländer bis 2020. Die in Osaka 1995 und Manila 1996 verabschiedeten Aktionspläne waren vollständig freiwillig und nicht-bindend. Modellsimulationen im OECD Economics Department ergaben substantielle positive Effekte der Implementierung auf Handel und Wirtschaftswachstum der beteiligten Länder (Han/Cheong 1998). Die sogenannte Asienkrise setzte jedoch den APEC-Liberalisierungsbemühungen weitgehend ein Ende. Nicht nur wurde von vielen ostasiatischen Ländern die Freihandelsagenda bis auf weiteres suspendiert, die Krisenerfahrung ließ auch in einigen dieser Länder die Skepsis gegenüber dieser Art der wirtschaftlichen Integration ansteigen. In der Folge ließ auch das Interesse der liberalisierungsorientierten Länder an der APEC stark nach, und es wurden diverse Pläne für Freihandelszonen unter diesen geschmiedet, unabhängig von der APEC-Agenda. Diese Gruppe besteht aus einem 'harten Kern' (P5), der neben den USA, Australien und Neuseeland noch Chile – und als einziges ostasiatisches Land – Singapur umfasst (Bergsten 2000; Munakata 2001).

 

–  Borrmann et al. (1985: 20ff.) identifizierten aus einem Sample von 46 Ländern (über 90% des Welthandels, IWF-Daten für das Jahr 1990) mit Hilfe der Clusteranalyse die Länder mit den höchsten bilateralen Handelsintensitäten. Das Ergebnis zeigt fünf Hauptgruppen: Westeuropa, Osteuropa, Amerika, Mittlerer Osten/Südasien und eine "Asien-Pazifik" genannte Gruppe, die die Länder Ostasiens sowie Australien und Neuseeland umfasst. Ostasien ist also ein Raum sich verdichtender Handelsbeziehungen (vgl. Kwan 1994), der aber nicht durch ein entsprechendes Präferenzabkommen unterlegt ist. Die Autoren der genannten Untersuchung kommen angesichts dieser Ergebnisse zum Schluss, dass die "zunehmend engere intraregionale Handelsverflechtung – anders als z.B. in Europa – in Asien ganz offensichtlich nicht das Resultat gezielter regionaler Integrationspolitik" ist (Borrmann et al. 1985: 110). Frankel/Stein/Wei (1998) testen Regionaldummies für die EU und Ostasien als Region, die keinem Abkommen folgt (Daten 1970–1990). Beide sind signifikant, wobei: "The East Asian grouping exhibits the highest intraregional bias. Intra-East Asian trade, however, once we have controlled for the gravity variables, shows no significant increase in bias over the period. If anything, this bias diminished over time, rather than rising, as often assumed. (...) the rapid growth of East Asian economies is in itself sufficient to explain the increase in in the intraregional trade share" (Frankel/Stein/Wei 1998: 97). Soloaga/Winters (1999) finden überhaupt keine signifikanten Effekte von Präferenzabkommen auf intra-regionale Handelsströme: "When we allow for gravity and overall trade effects, we found no indication that the 'new wave' of regionalism boosted intra-bloc trade significantly. When testing intra-bloc trade 'before and after' years of bloc revamping/creation we found no statistically significant change in the propensity for intra-bloc trade." (Soloaga/Winters 1999: 13).

 

Fazit ist, dass bei der Beantwortung der Frage, ob die bestehenden Handelspräferenzabkommen reale Effekte gezeitigt haben, ja überhaupt gehabt haben können, und ob Handelsströme diesen folgen, Vorsicht angebracht ist.

 

 

2Welthandel 1970–2000 – Der Aufstieg Ostasiens

 

Hat die Entwicklung im ostasiatischen oder diejenige im umfassenderen pazifischen Raum den Welthandel in den letzten dreißig Jahren grundlegend verändert? Zunächst setzen wir die Exporte der hier interessierenden Länder[8] in Verhältnis zu den Weltexporten (Daten Anhang Tab. 1).

 

 

Graphik 2

Die Länder Ostasiens und ihr Anteil am Welthandel (Exporte),
1970–2000

 

Trotz Einbrüchen hat die US-amerikanische Exportwirtschaft ihren Anteil am Welthandel fast zu halten vermocht. Spektakulär waren die Exportleistungen der japanischen Wirtschaft, bis zum endaka-Schock, der Aufwertung des Yen um rund 40% in der Mitte der 80er-Jahre infolge des sogenannten Plaza-Abkommens. Die Dynamik verlagerte sich zunehmend in andere Länder Ostasiens, zurückzuführen auf die wirtschaftliche Entwicklung in "Nachfolgestaaten" wie Südkorea und Taiwan, aber auch durch die Herausbildung einer hierarchischen regionalen Arbeitsteilung mit Japan an der Spitze. Unter der Führung japanischer, südkoreanischer und taiwanesischer Konzerne entwickelten sich regionale Produktionsnetzwerke. Damit verbunden war eine Intensivierung der inneren Handelsverflechtung Ostasiens, wie von der erwähnten Untersuchung von Borrmann et al. (1985: 20ff.) belegt (vgl. Hilpert 1994, 1998; Chia 2000).

 

Einen Blick auf die Anteile der Handelsgruppierungen am Welthandel ermöglicht Graphik 3 (Daten Anhang Tab. 1). Neben EU, NAFTA, APEC und ASEAN wurden zwei "hypothetische" Handelsgruppierungen durch eine einfache Aggregation der Länderdaten gebildet: Nordostasien (Japan, Südkorea, Taiwan, und China) und Ostasien (Japan, Südkorea, Taiwan, China und ASEAN).

 

 

Graphik 3 Handelsgruppierungen und ihr Anteil am Welthandel (Exporte),
1970–2000

 

 

 

Der markanteste Prozess ist der Anstieg des Anteils der APEC-Länder am Welthandel in den letzten zwei Jahrzehnten. Nur in den Jahren 1985–1992 entwickelte sich in der EU eine ähnliche Dynamik. Der Kurvenverlauf für die NAFTA-Länder zeigt aber deutlich, dass die Aufwärtsrichtung der APEC-Kurve nicht durch die Entwicklungen in Nordamerika bestimmt wurde, am ehesten noch in den Jahren der Asienkrise (1997–1999). Die APEC-Entwicklung entspricht weitgehend der Kurve unserer hypothetischen Gruppierung Ostasien. Diese wiederum wird bis in die 80er-Jahre vorwiegend bestimmt durch die Länder Nordostasiens; in den 90er-Jahren wächst der Anteil der ASEAN-Länder am Exporterfolg der Region, während derjenige Japans zurückgeht.
Nicht zu vergessen ist, dass die Welt-Gesamtexporte in diesem Zeitraum jährlich um durchschnittlich 10% wuchsen, dass also auch ein Halten des Anteils am Welthandel eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung voraussetzt.

 

Was den Welthandel in den Jahren 1970–2000 geprägt hat, war, abgesehen von den Jahren des europäischen Integrationsschubes, der Aufstieg Ostasiens. Nicht eingeschätzt werden kann mit diesen Daten die Bedeutung der Existenz von Handelsgruppierungen als solchen. Dies wird möglich, wenn die Entwicklung des intra-regionalen Handels in Verhältnis zu den Gesamtexporten der Gruppierung und zum Welthandel gesetzt wird.

 

 

3Kompetitive Regionalisierung: EU, NAFTA, APEC und ASEAN im Vergleich

 

Das Vorhaben, nämlich die Bedeutung der Existenz von Handelsgruppierungen einzuschätzen, wird in diesem dritten Teil erschwert durch die Tatsache, dass für die "hypothetischen Gruppierungen" keine Daten über die intra-regionale Handelsverflechtung vorliegen. Dennoch kann man zu vorsichtigen Schlussfolgerungen auf der Basis der Daten für die institutionalisierten Gruppierungen gelangen.

 

Graphik 4 bildet das Verhältnis intra-regionaler Handel/Gesamthandel (Exporte) einer Gruppierung ab (Daten Anhang Tab. 2). Ein Ansteigen der Kurve bedeutet, dass die Dynamik der inneren Handelsverflechtung größer ist als diejenige des extra-regionalen Handels, m.a.W. die Region wird im Verhältnis zum Außenraum wirtschaftlich wichtiger.

 

 

Graphik 4 Handelsgruppierungen, Verhältnis intra-regionaler Handel/Gesamtexporte

 

 

Der Handelsverflechtung im europäischen Raum erreichte 1981 einen relativen Tiefpunkt. Diese Tatsache wurde von der Europäischen Kommission auch publik gemacht, und half mit, den Boden für die Revitalisierung des Integrationsprozesses in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre zu bereiten. Infolge der zweiten Süderweiterung und unter dem Eindruck der Programmes zur Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes bis zum 1.1.1993 kam es zu einer Intensivierung des intra-regionalen Handels, ein Prozess, der einherging mit einer deutlichen Vergrößerung des EU-Anteils am Welthandel (Graphik 2). Dies war ein entscheidender Faktor dafür, dass es auch in anderen Weltregionen zu Projekten der Handelsliberalisierung und Marktschaffung kam (kompetitive Regionalisierung). Die einsetzende Rezession, mitausgelöst durch die Krise des Europäischen Währungssystems (EWS) und verstärkt durch die Austeritätspolitik in der EU im Hinblick auf die Europäische Währungsunion, führten zum Abbruch dieser überdurchschnittlichen intra-europäischen Handelsdynamik.
Die mittleren Jahre des letzten Jahrzehnts wurden in den öffentlichen Debatten geprägt von den Entwicklungen im asiatisch-pazifischen Raum (APEC). Wir stehen hier vor dem Problem, diese Entwicklung zu desaggregieren, ohne über die notwendigen Daten (Intra-Ostasien-Handel) zu verfügen. Dennoch sind Aussagen möglich, wenn wir die Entwicklung des Intra-NAFTA- und des Intra-ASEAN-Handels berücksichtigen. Die Handelsdynamik im NAFTA-Raum nimmt ab 1988 fast kontinuierlich zu. Dies bedeutet, dass der nordamerikanische Raum für die kanadischen, US-amerikanischen und mexikanischen Exporteure zunehmend an Bedeutung gewann – und diejenige der Länder Ostasiens relativ abnahm. Auch für die ASEAN-Länder stellen wir, bis zum Einbruch in der sogenannten Asienkrise, eine wachsende Bedeutung der inneren Handelsverflechtung fest. Beides sind Indizien dafür, dass wir es nicht mit "einer" pazifischen Entwicklung, sondern mit zwei regional unterschiedlichen Dynamiken zu tun haben.

 

Die beiden durchbrochenen Linien (NAFTA/APEC, ASEAN/APEC) bilden ein anderes Verhältnis ab, nämlich das Verhältnis des intra-regionalen Handels der ersten Gruppierung zu demjenigen einer zweiten. Das stetige Absinken der NAFTA/APEC-Kurve von 1970 bis in die zweite Hälfte der 80er-Jahre spiegelt die wachsende Bedeutung des transpazifischen Handels für die Ökonomien Nordamerikas wider. Das Ansteigen der Kurve für die zweite Hälfte der 90er-Jahre bedeutet einen relativen Bedeutungsgewinn des Intra-NAFTA-Handels gegenüber dem Intra-APEC-Handel. Für die erste Hälfte der 90er-Jahre stellen wir kein Absinken der Kurve fest, mithin keinen Bedeutungsrückgang des nordamerikanischen Wirtschaftsraums für die NAFTA-Mitglieder im Vergleich mit dem pazifischen. Wir können somit festhalten, dass die APEC-Gründung nicht zu einer Dynamisierung des transpazifischen Handels geführt hat, zumindest nicht stärker als dies im nordamerikanischen Raum geschah. Die Entwicklung in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre ist zu erklären mit der sogenannten Asienkrise, die zu einem signifikanten Rückgang des intra-regionalen Handels in Ostasien führte, und – damit verknüpft – mit einem weitgehenden Stillstand der Implementierung der APEC-Beschlüsse.
Die Asienkrise erklärt auch das leichte Abflachen der ASEAN/APEC-Kurve Ende der 90er-Jahre, also den relativen Rückgang des Intra-ASEAN-Handels. Dem ging jedoch ein Jahrzehnt des kontinuierlichen Bedeutungszuwachses der Handelsverflechtung im ASEAN-Raum voran. Nach einem historischen Tiefpunkt 1986 wuchs der Faktor bis 1996 – also während der ersten APEC-Jahre – auf das Doppelte.
Auch die Entwicklung des Verhältnisses Intra-Handel NAFTA/APEC und ASEAN/APEC deuten somit darauf hin, dass es sich um zwei regional unterschiedliche Integrationsdynamiken und nicht um eine zunehmende "pazifische Integration" handelt.

 

Graphik 5 bildet die Dynamik der inneren Handelsverflechtung der Gruppierungen im Verhältnis zur Entwicklung des gesamten Welthandels ab (Daten Anhang Tab. 3). Ein Ansteigen der Kurve bedeutet, dass die Dynamik der inneren Handelsverflechtung größer ist als diejenige des Welthandels.

 

 

Graphik 5 Handelsgruppierungen, Verhältnis intra-regionaler Handel/Welthandel

 

 

 

 

Wie in Graphik 4 wird hier die außerordentliche APEC-Dynamik deutlich, die nur während einiger weniger Jahre durch die westeuropäische Entwicklung übertroffen wurde. Die NAFTA-Kurve verläuft mehr oder weniger konstant, bis sie in den 90er-Jahren deutlich ansteigt. Der Intra-ASEAN-Handel nimmt, auf tiefem Niveau, ebenfalls zu, mehr als eine Verdoppelung zwischen 1980 und 1996. Aufgrund dieser Daten kann man nur schließen, dass die APEC-Dynamik, von den letzten Jahren des Zeitraumes abgesehen, nicht durch nordamerikanische Integration erklärt werden kann. Die Bedeutung der transpazifischen Handelsentwicklung kann nicht eingeschätzt werden. Vor dem Hintergrund des bisher Festgestellten darf aber vermutet werden, dass die APEC-Entwicklung zu einem Großteil durch die Handelsintensivierung in Ostasien zustande gekommen sein dürfte, vor allem bis Mitte der 90er-Jahre.

 

 

Schluss

 

Am Anfang stand die Frage, für welche geographischen Räume wirtschaftliche Integrationsprozesse anhand von Handelsdaten identifiziert werden können, und ob handelspolitische Präferenzabkommen dabei eine Rolle spielen.

 

Die Evidenzen sprechen dafür, dass "APEC-Daten", also die statistische Aggregation der Daten der Mitgliedsländer, wenig Sinn machen. Aus analytischer Sicht muss APEC aufgegliedert werden in die Elemente

 

– ostasiatische Regionalisierung,
– nordamerikanische Regionalisierung,
– transpazifischer Handel,

 

und die relative Bedeutung dieser Prozesse in der globalen Konkurrenz.
Unbefriedigend ist es, dass keine Daten zur Messung der intraregionalen Entwicklung in Ostasien zur Verfügung stehen, umso mehr als es eindeutig der Aufstieg Ostasiens war, der den Welthandel in den letzten dreißig Jahren grundlegend verändert hat.

 

Welche Evidenzen ließen sich finden, dass die reale Handelsentwicklung in einem Zusammenhang steht mit entsprechenden Abkommen? Erstens für die EU: Die UNCTAD-Daten belegen, dass der Integrationsschub der 80er-Jahre Handelsintensivierung bedeutete. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass das Programm zur Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes auf dem Höhepunkt der Dynamik erst teilweise implementiert war, und dass konjunkturelle Aspekte einen bedeutenden Einfluss hatten. Das Konjunkturargument gilt auch bezüglich der positiven NAFTA-Handelsdynamik der zweiten Hälfte der 90er-Jahre. Ein Teil des NAFTA-Effektes ist zurückzuführen auf die Rezession in Europa und die Asienkrise, die den jeweiligen Intra-Handel reduziert haben. Die UNCTAD-Daten belegen aber eindrücklich, dass intensivierte Integration in Nordamerika stattgefunden hat, und dies hat wohl mit dem NAFTA-Abkommen zu tun. Für die ASEAN lässt sich eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung seit den 80er-Jahren festhalten, die aber mehr mit der regionalen Dynamik in Ostasien als mit dem ASEAN-Regelwerk selber zu tun haben dürfte. Bezüglich APEC kann gesagt werden, dass ihre Gründung 1989 mit dem Höhepunkt der transpazifischen Integration – im Verhältnis zur nordamerikanischen – zusammenfiel. Seither hat der asiatisch-pazifische Raum aber für die Wirtschaften Nordamerikas stetig an relativer Bedeutung verloren. APEC war also eher Folge denn Ursache der transpazifischen Handelsintensivierung. Es überrascht wenig, dass die gegenwärtige US-Regierung stärker an einer Ausweitung des Freihandels in Richtung Lateinamerika (Free Trade Area of the Americas, FTAA) interessiert ist als an einer APEC-Revitalisierung. Die prophezeite Asia Pacific Fusion, so das Buch von Yoichi Funabashi (1995), ist nicht abzusehen.
Das 21. Jahrhundert wird kein "pazifisches Jahrhundert" werden, zumindest nicht in dem von der APEC-Apologeten Anfang der 90er-Jahre verbreiteten Sinne. Aber die Dialektik von Weltmarktkonkurrenz, internationalem Regimeaufbau und kompetitiver Regionalisierung wird weiterwirken. Das FTAA-Projekt, bilaterale Freihandelsabkommen zwischen Staaten des ostasiatischen und des pazifischen Raumes, die Integration Chinas und Taiwans in die WTO – und die Reaktion der ASEAN-Staaten darauf, die Osterweiterung der EU und die Bemühungen um eine neue Welthandelsrunde strukturieren die Arena für die "nächste Runde" kompetitiver Regionalisierung.

 

 

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Anhang Daten

 

 

Tabelle 1 Anteil am Welthandel (Exporte), 19702000

 

Exporte/Weltxporte

 

USA

ASE-AN

Japan 

S-Korea

Taiwan 

China 

EU 15

APEC 

Ost-
asien 

NAFTA 

NO Asien

1970 .1356 .0201 .0614 .0027 .0045 .0073 .4082 .3202 .0960 .1933 .0759
1971 .1239 .0194 .0683 .0030 .0057 .0079 .4155 .3145 .1043 .1805 .0849
1972 .1183 .0197 .0699 .0039 .0072 .0089 .4235 .3132 .1095 .1732 .0899
1973 .1225 .0240 .0640 .0056 .0078 .0102 .4167 .3163 .1116 .1722 .0875
1974 .1177 .0282 .0656 .0053 .0067 .0084 .3739 .3026 .1142 .1620 .0860
1975 .1234 .0252 .0633 .0056 .0060 .0087 .3851 .2987 .1088 .1653 .0836
1976 .1169 .0279 .0674 .0077 .0082 .0070 .3739 .3057 .1182 .1610 .0902
1977 .1086 .0302 .0715 .0089 .0083 .0066 .3805 .3009 .1254 .1506 .0952
1978 .1109 .0300 .0747 .0097 .0096 .0076 .3954 .3082 .1316 .1523 .1016
1979 .1128 .0329 .0619 .0091 .0097 .0082 .3951 .3010 .1219 .1535 .0890
1980 .1115 .0355 .0645 .0087 .0098 .0089 .3727 .3059 .1274 .1527 .0919
1981 .1200 .0365 .0761 .0107 .0114 .0108 .3504 .3384 .1455 .1664 .1090
1982 .1161 .0385 .0742 .0117 .0119 .0117 .3597 .3415 .1481 .1657 .1096
1983 .1123 .0397 .0802 .0133 .0137 .0121 .3578 .3531 .1591 .1661 .1194
1984 .1158 .0410 .0877 .0151 .0157 .0129 .3479 .3788 .1725 .1750 .1315
1985 .1117 .0370 .0905 .0155 .0157 .0141 .3620 .3764 .1727 .1719 .1357
1986 .1052 .0319 .0976 .0161 .0184 .0146 .4040 .3673 .1786 .1572 .1467
1987 .1007 .0333 .0917 .0187 .0212 .0157 .4163 .3660 .1806 .1506 .1473
1988 .0887 .0369 .0808 .0165 .0187 .0138 .4069 .3919 .1667 .1643 .1298
1989 .1183 .0402 .0891 .0203 .0215 .0169 .4039 .3985 .1880 .1694 .1477
1990 .1132 .0414 .0827 .0187 .0193 .0179 .4301 .3773 .1799 .1577 .1385
1991 .1203 .0470 .0898 .0205 .0217 .0205 .4253 .4133 .1996 .1688 .1525
1992 .1193 .0495 .0905 .0204 .0217 .0226 .4195 .4202 .2047 .1674 .1552
1993 .1238 .0564 .0965 .0219 .0226 .0242 .3907 .4503 .2216 .1763 .1652
1994 .1198 .0610 .0928 .0224 .0217 .0283 .3903 .4505 .2263 .1727 .1652
1995 .1143 .0627 .0867 .0245 .0218 .0291 .4008 .4416 .2247 .1675 .1620
1996 .1172 .0639 .0770 .0243 .0217 .0283 .3952 .4380 .2152 .1729 .1514
1997 .1247 .0632 .0762 .0246 .0220 .0331 .3816 .4522 .2191 .1834 .1559
1998 .1250 .0604 .0711 .0242 .0220 .0336 .4034 .4572 .2114 .1840 .1510
1999 .1243 .0636 .0743 .0254 .0215 .0346 .3875 .4701 .2194 .1907 .1558
2000 .1235 .0682 .0758 .0272 .0235 .0394 .3528 .4909 .2341 .1922 .1658

Quelle: Eigene Berechnungen, Daten: UNCTAD Handbook of Statistics (CD-ROM und online Version)

 

 

 

Tabelle 2  Intra-regionaler Handel / Gesamthandel (Exporte), 19702000

 

 

Intra-regionaler Handel / Gesamthandel (Exporte)

 

EU 15

APEC

NAFTA

ASEAN

NAFTA/APEC*

ASEAN/APEC**

1970 .5952 .5464 .3779 .2285 .4174 .0262
1971 .5994 .5541 .3934 .2356 .4075 .0262
1972 .6127 .5645 .4121 .2017 .4039 .0224
1973 .6198 .5593 .3683 .1825 .3586 .0248
1974 .5974 .5477 .3540 .1584 .3459 .0269
1975 .5786 .5159 .3427 .1634 .3675 .0268
1976 .6004 .5299 .3590 .1483 .3568 .0256
1977 .5895 .5369 .3677 .1474 .3428 .0275
1978 .5917 .5446 .3595 .1565 .3263 .0280
1979 .6164 .5481 .3436 .1689 .3196 .0337
1980 .6061 .5413 .3309 .1709 .3053 .0367
1981 .5700 .5685 .3497 .1794 .3025 .0340
1982 .5827 .5697 .3372 .2010 .2872 .0398
1983 .5883 .6033 .3780 .2076 .2947 .0387
1984 .5833 .6372 .4126 .1865 .2991 .0317
1985 .5912 .6490 .4253 .1855 .2993 .0281
1986 .6158 .6354 .4002 .1661 .2696 .0227
1987 .6353 .6459 .4205 .1766 .2680 .0249
1988 .6470 .6422 .3959 .1751 .2584 .0257
1989 .6492 .6524 .3944 .1781 .2570 .0276
1990 .6559 .6545 .4126 .1889 .2634 .0316
1991 .6656 .6548 .4217 .1978 .2629 .0344
1992 .6660 .6601 .4353 .1999 .2627 .0357
1993 .6053 .6783 .4557 .2115 .2630 .0390
1994 .6128 .6989 .4768 .2404 .2616 .0466
1995 .6146 .6575 .4606 .2422 .2657 .0523
1996 .6040 .6617 .4745 .2410 .2831 .0531
1997 .5596 .6603 .4898 .2391 .3009 .0506
1998 .5574 .6929 .5195 .2098 .3018 .0400
1999 .6324 .7145 .5396 .2193 .3065 .0415
2000 .6097

.7322

.5394 .2271 .2885 .0431

* intra-regionaler Handel NAFTA / intra-regionaler Handel APEC

** intra-regionaler Handel ASEAN / intra-regionaler Handel APEC
Quelle: Eigene Berechnungen, Daten: UNCTAD Handbook of Statistics (CD-ROM und online Version)

 

 

 

Tabelle 3 Intra-regionaler Handel / Welthandel (Exporte), 19702000

 

Intra-regionaler Handel / Welthandel (Exporte)

 

EU 15 

APEC 

NAFTA 

ASEAN

1970 .2430 .1750 .0730 .0046
1971 .2490 .1742 .0710 .0046
1972 .2595 .1768 .0714 .0040
1973 .2582 .1769 .0634 .0044
1974 .2234 .1657 .0573 .0045
1975 .2228 .1541 .0566 .0041
1976 .2245 .1620 .0578 .0041
1977 .2243 .1615 .0554 .0044
1978 .2340 .1678 .0548 .0047
1979 .2436 .1650 .0527 .0056
1980 .2259 .1656 .0505 .0061
1981 .1997 .1924 .0582 .0065
1982 .2096 .1945 .0559 .0077
1983 .2105 .2130 .0628 .0082
1984 .2030 .2414 .0722 .0077
1985 .2140 .2443 .0731 .0069
1986 .2487 .2334 .0629 .0053
1987 .2645 .2364 .0633 .0059
1988 .2633 .2517 .0650 .0065
1989 .2622 .2600 .0668 .0072
1990 .2821 .2470 .0651 .0078
1991 .2831 .2707 .0712 .0093
1992 .2794 .2774 .0729 .0099
1993 .2365 .3055 .0803 .0119
1994 .2392 .3148 .0823 .0147
1995 .2463 .2903 .0771 .0152
1996 .2387 .2898 .0821 .0154
1997 .2135 .2986 .0898 .0151
1998 .2249 .3168 .0956 .0127
1999 .2450 .3358 .1029 .0139
2000 .2151 .3594 .1037 .0155

Quelle: Eigene Berechnungen, Daten: UNCTAD Handbook of Statistics (CD-ROM und online Version)

 

 

 

 

 

Fußnoten

 

1 UNCTAD Handbook of Statistics, auf CD-ROM sowie eine Online-Version, mit aktualisierten Daten, www.stats.unctad.org.

 

2 In vielen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes stieg der Anteil der Intra-EU-Einfuhren an der europäischen Gesamtnachfrage, der im Zeitraum 1985–1988 bei 20,8% gelegen hatte, in den Jahren 1989–1993 auf durchschnittlich 22,9%. Dies lässt laut EU-Kommission (1997: 96) den Schluss zu, "dass die Mitgliedstaaten der Union zusätzlich Handelsströme untereinander ausgetauscht haben, die nicht auf Kosten des Warenaustausches mit der übrigen Welt gingen".

 

3 Frankel/Wei (1996: 2): "There is nothing left over to attribute to an intensifying bloc."

 

4 Siehe Chichilnisky (1994), Senti (1996), Abbott (2000); zum Vergleich des NAFTA-Vertrages mit EU und APEC siehe Borrmann et al. (1995: 83ff.), Fernández (1997), Kaiser (1998).

 

5 Blomström/Kokko/Globerman (1998: 19): "... while most of the available empirical research on regional economic integration has focused on the EU experience, the North American experiences under the CUSTA and NAFTA provide a somewhat different picture of the impacts of trade liberalisation. In particular, the North American experiences suggest substantially more modest impacts of regional trade agreements on intra-regional trade creation and extraregional FDI stimulation than is associated with the EU experience, particularly with the earlier stages of EU liberalisation. At the same time, the North American experiences support European findings that trade and investment impacts will differ across countries within the integrating region."

 

6 Zur APEC siehe v.a. Hilpert (1992), Higgott (1994, 1998, 1999), Pupphavesa (1995), Funabashi (1995), Borrmann et al. (1995: 103ff.), Bergsten (1997, 2000).

 

7 Vgl. Garnaut/Drysdale (1994: 2): "The defining concept of Asia Pacific regionalism is open regionalism. Open regionalism encompasses integrative processes that contain no element of exclusion or discrimination against outsiders." - "'Open regionalism' represents an effort to resolve one of the central problems of contemporary trade policy: how to achieve compatibility between the explosion of regional trading arrangements around the world and the global trading system as embodied in the World Trade Organization. The concept seeks to assure that regional agreements will in practice be building blocks for further global liberalization rather than stumbling blocks that deter such progress" (Bergsten 1997: 1).

 

8 Im Falle Japans, Koreas, Taiwans und Chinas und den USA wurden die Werte für 1988 durch diejenigen von 1987 ersetzt, um den langfristigen Trend klarer darstellen zu können.
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Copyright © 2002 Patrick Ziltener

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MPIfG:  MPIfG Working Paper 02/9

http://www.mpifg.de/pu/workpap/wp02-9/wp02-9.html

[Zuletzt geändert am 29.03.2007 11:00]