Der Nutzen unvollständiger Erklärungen:
Überlegungen zur sozialwissenschaftlichen Anwendung der Spieltheorie
Vorbemerkung
Daß die Spieltheorie auf die Realität nicht völlig oder nicht
direkt anwendbar ist, ist bekannt. Es wird nicht nur von Skeptikern betont,
sondern auch von Spieltheoretikern regelmäßig mindestens eingeräumt. "Nicht
völlig" oder "nicht direkt" ist nicht dasselbe wie "überhaupt nicht" - auch
das ist klar. Offen ist aber, was nun in welcher Weise anwendbar sein kann:
Sind es nur Ausschnitte der Spieltheorie, die auf reale Prozesse anwendbar
sind? Oder ist die Spieltheorie nur auf Ausschnitte der Realität anwendbar?
Oder sind zunächst spezifische Transformationen notwendig? Oder geht es
einfach um pauschale Abstriche? Oder von allem ein bißchen? Die Antwort
lautet wie immer in solchen Fällen: "Es kommt darauf an". In den folgenden
Überlegungen möchte ich ein wenig genauer darauf eingehen, worauf es
ankommt.