Analyzing Change in International Politics:
The New Institutionalism and the Interpretative Approach
Abstract
This paper argues that realism misinterprets change in the
international system. Realism conceives of states as actors and
international regimes as variables that affect national strategies.
Alternatively, we can think of states as structures and regimes as part of
the overall context in which interests are defined. States conceived as
structures offer rich insights into the causes and consequences of
international politics. And regimes conceived as a context in which
interests are defined offer a broad perspective of the interaction between
norms and interests in international politics. The paper concludes by
suggesting that it may be time to forego an exclusive reliance on the
Eurocentric, Western state system for the derivation of analytical
categories. Instead we may benefit also from studying the historical
experience of Asian empires while developing analytical categories which may
be useful for the analysis of current international developments.
Zusammenfassung
In diesem Aufsatz wird argumentiert, daß der "realistische" Ansatz
außenpolitischer Theorie Wandel im internationalen System fehlinterpretiere.
Dieser versteht Staaten als Akteure und internationale Regime als Variablen, die
nationale Strategien beeinflussen. Alternativ kann man Staaten als Strukturen
und Regime als Teile eines übergreifenden Kontextes begreifen, innerhalb dessen
Interessen definiert werden. Wenn Staaten als Strukturen aufgefaßt werden,
ergeben sich vielfältige Einsichten in die Ursachen und Wirkungen
internationaler Politik. Und Regime, konzipiert als Kontexte, in denen sich
Interessen konstituieren, eröffnen einen breiten Einblick in die Interaktion
zwischen Normen und Interessen im Bereich internationaler politischer Prozesse.
Das Papier schließt mit der Empfehlung, analytische Kategorien nicht mehr
ausschließlich aus der Betrachtung des eurozentrischen, westlichen
Staatensystems zu entwickeln. Vielmehr erscheint es fruchtbar, auch die
historische Entwicklung asiatischer Reiche zu untersuchen, um Kategorien für die
Analyse gegenwärtiger internationaler Entwicklungen zu gewinnen.